FAZ plus ArtikelApobank-Chef zur IT-Panne

Viel Glück mit der Migration

Von Hanno Mußler und Inken Schönauer
12.11.2020
, 16:19
Die IT-Umstellung der Apotheker- und Ärztebank ging gründlich schief, einige der 230 Subsysteme kamen nicht ins Laufen. Chef Ulrich Sommer betreibt Fehleranalyse und schiebt einen Teil der Schuld dem alten IT-Partner Fiducia-Gad zu – der widerspricht.

Eigentlich möchte Ulrich Sommer, der Vorstandsvorsitzende der Apotheker- und Ärztebank, über die nächsten strategischen Schritte der Bank und ihre Ziele sprechen. Doch der 1. Juni 2020 steckt ihm erkennbar noch immer in den Knochen. Gefragt nach diesem ersten Werktag nach dem langen Pfingstwochenende, an dem die Apobank ein neues Kernbanksystem einführte, gibt Sommer zu: Er und alle Beteiligten hätten die Schwierigkeiten mit für viele Kunden tagelang nicht erreichbarem Online-Banking und bis ins dritte Quartal hinein teilweise nicht ausgeführten Daueraufträgen und Lastschriften nicht kommen sehen. „Die Datenmigration zuvor lief gut, es gab keinerlei Anzeichen für Schwierigkeiten.“ Was dann passierte, nennt er „einen Tiefschlag, den man seinen größten Feinden nicht wünscht“.

Doch von diesem Tiefschlag beginne sich die Apobank zu erholen – auch wenn heute einige wenige Last- und Rücklastschriften noch immer nicht korrekt ausgeführt werden und mit internen Nacharbeiten bis 31. März 2021 geplant wird. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Behebung der letzten Fehler. Danach ist die Basis gelegt, um unsere Kunden optimal wettbewerbsfähig digital bedienen zu können“, sagt Sommer. An das neue Kernbanksystem, quasi der Organismus der Bank, seien 230 Subsysteme angeschlossen. „Viele unserer Wettbewerber haben eine neue IT-Migration noch vor sich. Wir wünschen ihnen viel Glück dabei. Als Vorreiter kennen wir nun die Komplexität.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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Inken Schönauer
Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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