<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Nebenwerte 2019 (4)

SNP lässt Daten besser wandern

Von Martin Hock
 - 08:06
Virtuelle Daten benötigen echten Strom.

Informationstechnik wird für den Unternehmenserfolg immer wichtiger. Eine veraltete Daten-Infrastruktur wird damit immer mehr zum Chefthema. Doch wie kommen Daten vom „System 1985“ zum „System 2020“?

Das übliche Prozedere ist, dass spezialisierte Beraterfirmen wie Accenture oder Capgemini Personal entsenden, das im Wesentlichen die Daten kopiert. SNP Schneider-Neureither ist Spezialist für diese Art der Datentransformation, mit einem Unterschied: Das Unternehmen arbeitet mit einer eigenen Software. „Wir können auf diese Weise einen ein- bis zweijährigen Prozess auf wenige Monate verkürzen“, sagt SNP-Finanzvorstand Uwe Schwellbach. „Und wir bieten eine hundertprozentige Erfolgsquote.“

Warum arbeitet dann nicht jeder mit SNP? Auch dafür hat Schwellbach eine Erklärung: „Bei Projekten mit hoher Priorität sichern sich die Verantwortlichen gern ab. Dafür eignen sich große Namen besser. Wir sind bisher vor allem in den IT-Abteilungen bekannt, weniger noch in den Vorständen. Aber das ändert sich gerade.“

Verantwortlich sind dafür zwei Faktoren. Zum einen kaufte sich vor wenigen Wochen der frühere Vorstandsvorsitzende von Siemens und dem Aluminiumproduzenten Alcoa, Klaus Kleinfeld, über eine Investorengruppe bei SNP ein und gehört nunmehr dem Aufsichtsrat an. Das verschafft dem Software-Unternehmen aus Heidelberg einen deutlichen Reputationszuwachs.

Zum anderen brauchen Unternehmen weltweit dringend Kapazitäten. Denn SNP ist vor allem auf SAP spezialisiert. Und die Walldorfer haben vor einiger Zeit angekündigt, die Unterstützung für den Klassiker R/3 auslaufen zu lassen und künftig nur noch auf das neue cloud-basierte System S/4Hana zu setzen. Bis 2024, schätzt man, werden rund 37 500 SAP-Kunden den Wechsel vollziehen. Ab 2021 wird es dann zunehmend zu Kapazitätsengpässen bei den Beratern kommen.

Für SNP ist das die große Chance. „S/4Hana hat das Potential, unser Geschäft explodieren zu lassen“, sagt Schwellbach. Das könnte auf ein erheblich höheres Wachstum hoffen lassen, als es Analysten mit 5 Prozent jährlich derzeit unterstellen. 2018 setzte SNP 131 Millionen Euro um.

Überdies hofft Schwellbach, dass eine verbesserte Wahrnehmung von SNP die Aktienkursentwicklung stabilisiert. Hier machte es sich stets bemerkbar, wenn nach einem Leuchtturmprojekt, wie etwa dem Zusammenschluss von Dow und Dupont im Jahr 2016, entsprechende Anschlussaufträge ausblieben.

SNP SCHNEID.-NEUREIT.O.N.

-- -- (--)
  • 1T
  • 1W
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Zwischen Anfang 2017 und 2019 fiel der Kurs um fast 70 Prozent, hat sich aber mittlerweile wieder gut erholt und seit Anfang März ein Plus von 64 Prozent gemacht. „Wir hatten zu viel akquiriert und zu viele Ressourcen für die S/4Hana-Transformation eingekauft“, erklärt Schwellbach. „Das Geschäft startete zunächst nicht so dynamisch wie erhofft. Zudem wurden auch andere Integrationsprojekte zurückgestellt, weil man das mit dem Umstieg auf S/4Hana zusammen erledigen wollte. Aber wir sind das angegangen und jetzt sind wir wieder zurück in der Spur.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hock, Martin (mho.)
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenAccentureCapgeminiSoftware