Energieträger

Ölpreise weiter unter Druck

16.08.2022
, 09:11
Die Ölförderung hat weiter Schwung.
Nach einem deutlichen Preisrutsch zu Wochenbeginn stehen die Ölpreise auch am Dienstag unter Druck. Die Marktlage spricht nicht für eine nahende Änderung.
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Die Ölpreise stehen nach einem Kursrutsch zu Wochenbeginn und einer zwischenzeitlichen Erholung am Montagnachmittag am Dienstag weiter unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 94,14 Dollar, rund 1 Prozent weniger als am Vorabend und 3,20 Dollar weniger als am Montagmorgen. Am Freitag waren noch mehr als 100 Dollar für das Barrel bezahlt worden.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) erreichte mit 88,50 Dollar den tiefsten Stand seit Mitte März, nachdem dafür am Freitag noch rund 92 Dollar bezahlt wurden.

Weniger Nachfrage, mehr Angebot

Die Aussicht auf ein steigendes Angebot bei zugleich geringerer Nachfrage drückt auf die Kurse. Zudem hatten schwache Konjunkturdaten aus China sowie die sehr stark gesunkene Stimmung in den Industrieunternehmen im Bundesstaat New York die Sorge geschürt, dass sich das globale Wirtschaftswachstum abschwächen könnte. So verlangsamte sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im Juli im Vergleich zum Vorjahr überraschend. Auch die chinesische Industrieproduktion verlor unerwartet an Schwung. Eine Zinssenkung der chinesischen Notenbank gilt als unzureichend.

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Das Angebot an Rohöl könnte steigen, wenn das Atomabkommen mit dem Iran wiederbelebt wird und Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte zuletzt betont, dass der Text für das Abkommen schon stehe. Laut Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian gibt es aber noch Punkte, die diskutiert werden müssten. Eine Übereinkunft mit den USA könne schon in den kommenden Tagen erreicht werden, wenn diese „einen realistischen Ansatz und Flexibilität zeigten.”

Darüber hinaus fördert Libyen bereits mehr Öl. Auch zu Dumping-Preisen verkauftes russisches Öl drückt grundsätzlich auf die Preise. Darüber hinaus sagte der Chef des weltweit größten Öl-Exporteurs Saudi Aramco, der saudi-arabische Ölkonzern könne die Rohölproduktion auf seine maximale Kapazität von zwölf Millionen Barrel pro Tag erhöhen, falls die Regierung in Riad dies verlange.

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Auch hat sich die Marktlage eingetrübt. Die Differenz zwischen den Preisen für Öl zu sofortiger und späterer Lieferung (Prompt spread) von Brent ist von 2,08 Dollar zu Monatsbeginn auf nur noch 72 Cents geschrumpft. Höhere Spotpreise gelten als Indiz für steigende Preise, weil sich Lagerhaltung dann lohnt.

Die Ölnachfrage schwäche sich ab, da die Preise sowohl Verbraucher als auch heimische Logistikunternehmen abschreckten, sagte Heron Lin, Ökonom bei Moody's Analytics. Auch für den Rest des Jahres könne die Nachfrage weiter unter Druck bleiben, da die drohenden Corona-Beschränkungen zu vorsorglichem Sparen ermutigten und den Ölverbrauch verringerten.

Quelle: mho.
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