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Italiens Renditen werden steigen

Von Wieland Staud
07.05.2021
, 13:25
Als sich Anfang Februar Mario Draghi als italienischer Ministerpräsident andeutete, brachen die Renditen am italienischen Anleihemarkt ein. Doch erstaunlicherweise wendete sich das Blatt.

An der Frage, wie viel Eigenlob möglich und wie viel Selbstkritik nötig ist, kann man schnell scheitern. Ein wenig zu viel von beidem und man darf sich unmittelbar der Aufmerksamkeit sicher sein, die üblicherweise wild wachsendem Schnittlauch entgegengebracht wird. Zu wenig Selbstkritik wird wahrscheinlich zu einem ähnlichen Ergebnis führen. Lediglich zu wenig oder gar fehlendes Eigenlob ist meist unproblematisch. Ich bezweifle aber, ob das immer ratsam ist. Wer Gutes tut, der darf schon auch hin und wieder darüber reden. Es geht um den schon von Aristoteles beschworenen Mittelweg: von allem nicht zu viel und von allem nicht zu wenig. Mal schauen, ob das klappt.

Als ich mich im vergangenen September erstmals nach langer Zeit den US-Renditen widmete und ihnen eine feste Zukunft vorhersagte, interessierte sich dafür fast niemand. Ende Januar, als ich die deutschen Renditen besprach, hatte sich das schon ein wenig geändert, und das dürfte sich mit diesem Beitrag fortsetzen. Denn für die meisten Auguren kam der Renditeanstieg seit Jahresbeginn beiderseits des Atlantiks ziemlich überraschend. Die noch vor kurzem in nahezu jeder Gazette zu lesende Meinung, dass die Renditen beziehungsweise Zinsen noch sehr lange Zeit dort bleiben werden, wo sie zum Jahresende 2020 notierten, ist Makulatur geworden. Steigende Ölpreise, beginnende Inflationssorgen und die fantastisch dimensionierten Hilfsprogramme fordern ebenso ihren Tribut wie wahrscheinlich anstehende Nachholeffekte.

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