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Neuaufteilung des Marktes

Die Börsianer jubeln über RWE und Eon

 - 09:59

Die geplante Zerschlagung der RWE-Ökostromtochter Innogy wirbelt am Montag die Aktienkurse der deutschen Versorger durcheinander. Der Kurs von Innogy steigt um 13 Prozent auf 39,15 Euro. RWE gewinnen mit 8 Prozent ebenso stark hinzu, derweil die Kursgewinne der Eon-Aktie mit 5,4 Prozent fast beschaulich wirken.

Eon will vom RWE-Konzern dessen 76,8 Prozent-Beteiligung an der seit Oktober 2016 börsennotierten Innogy erwerben. In diese Gesellschaft hatte RWE vor zwei Jahren das Geschäft mit Energienetzen und Ökostrom sowie den Vertrieb ausgelagert. Im Gegenzug soll RWE eine Beteiligung an Eon von durchgerechnet 16,67 Prozent erhalten. Die entsprechenden Aktien würde der Konzern im Zuge einer Sachkapitalerhöhung in Höhe von 20 Prozent ausgeben. Damit würde RWE der größte Einzelaktionär des bisherigen Wettbewerbers Eon.

INNOGY SE INH. O.N.

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Zwar sieht der Plan vor, dass Innogy zunächst vollständig bei Eon landet. Letztlich will sich der Konzern aber nur Teile der Gesellschaft, die an der Börse derzeit mit rund 20 Milliarden Euro bewertet ist, einverleiben – primär geht es um das lukrative Verteilernetz von Innogy. Im Rahmen der Transaktion soll das einst ausgelagerte Geschäft mit erneuerbaren Energien unter das Dach von RWE zurückkehren.

Zudem ist geplant, dass Eon – sobald die Kontrolle über Innogy erlangt ist – den entscheidenden Teil seines eigenen Erneuerbaren-Energien-Geschäfts auf RWE überträgt, einschließlich der in diesem Jahr erwirtschafteten Erträge. Teil des Deals ist überdies, dass die von der Eon-Tochtergesellschaft Preussenelektra gehaltenen Minderheitsbeteiligungen an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen an RWE übertragen werden.

Außerdem sollen Innogys Gasspeichergeschäft und der Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag wieder bei RWE landen. Im Rahmen dieser Rochade müsste RWE noch 1,5 Milliarden Euro an Eon zahlen. Das erst zwei Jahre alte Unternehmen Innogy würde damit zerschlagen.

RWE ST

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Die Anteilseigner von Innogy sollen nach aktuellem Stand 40 Euro je Aktie in bar erhalten. Folgerichtig hat sich der aktuelle Kurs diesem Preis am Montagmorgen angenähert. Dieser besteht aus einem Angebotspreis von 36,76 Euro sowie Zahlungen aus den unterstellten Innogy-Dividenden von 3,24 pro Aktie für die Geschäftsjahre 2017 und 2018.

In den Hintergrund geraten sind dabei die Geschäftszahlen, die Innogy am Montagmorgen vorlegte. Innogy erreichte erwartungsgemäß seine im Dezember gesenkte Prognose. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg leicht um 3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dazu trug das von Eon begehrte Netzgeschäft mit rund 1,9 Milliarden Euro den Löwenanteil bei. Das Reinergebnis sank fast um die Hälfte auf 778 Millionen Euro – unter anderem wegen Abschreibungen auf das britische Vertriebsgeschäft.

E.ON

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Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Innogy und geht weiter von einem bereinigten Betriebsgewinn von rund 2,7 Milliarden Euro aus. Im Bereich erneuerbare Energien rechnet Innogy mit einem stagnierenden Ergebnis.

Innogy gab sich hinsichtlich der Aufspaltungspläne des Großaktionärs und des Konkurrenten Eon zurückhaltend. Man werde dazu „zu gegebener Zeit Stellung nehmen“, so Vorstandschef Uwe Tigges. Ungeachtet dessen hält Innogy an seiner Wachstumsstrategie fest: Bis 2020 will der Konzern netto 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro jährlich investieren. Schwerpunkt sollen die drei Kernbereiche des Unternehmens sein.

Trotz der Kursgewinne zeigen sich nicht alle Marktteilnehmer von den Plänen begeistert. Die Societe Generale stufte die Innogy-Aktie gar auf „Verkaufen“ mit einem Kursziel von 28,20 Euro ab. Auch wenn die Schlagzeile für den Übernahmepreis 40 Euro je Innogy-Aktie laute, liege die eigentliche Hausnummer bei 36,76 Euro je Aktie, schreibt Analyst Lüder Schumacher. Das Recht auf die nächsten zwei Dividendenzahlungen besäßen die Aktionäre ohnehin schon. Die ersten Kursgewinne bröckelten am Montag auch bald etwas ab. Die Notierung hatte ursprünglich mit bei 39,97 Euro eröffnet.

Der Einfluss der Transaktion auf den Aktienkurs von Eon sei schwierig zu beurteilen. Eon nutze seines Erachtens eine „unterbewertete Währung“, um die Akquisition zu stemmen – nämlich Anteile aus einer Sachkapitalerhöhung. Dafür allerdings erhielten die Düsseldorfer die Kronjuwelen von Innogy, das Energienetz-Geschäft.

Für RWE beließ Lüders die Einschätzung unverändert auf „Halten“. Das Management des Essener Konzerns scheine eine praktikable Lösung gefunden zu haben, was es mit dem Innogy-Anteil machen solle. Die Liste der möglichen Käufer dürfte allerdings kurz gewesen sein.

Die amerikanische JP Morgan beließ ihr Anlageurteil für die Eon-Aktie auf „Übergewichten“. Die Dreiparteien-Einigung setze Wert frei, doch es gebe noch viele Hindernisse zu überwinden. Eon dürfte davon mehr profitieren als RWE. Auch diesem Urteil schien sich einige Anleger anzuschließen. Ursprünglich waren RWE mit einem Aufschlag von 14 Prozent gestartet.

Quelle: mho.
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