<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Sorgen um die Weltkonjunktur

Ölpreis befindet sich im Abwärtstrend

Von Martin Hock
 - 11:42

Vom Optimismus, mit dem das Jahr an den Kapitalmärkten begonnen hatte, ist, je mehr sich die Jahresmitte nähert, immer weniger zu spüren. Wie so oft, wird dies an den Rohstoffmärkten am schnellsten spürbar, und hier vor allem am Ölpreis. Am Mittwoch gibt dieser abermals deutlich nach. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent fällt um mehr als 2 Prozent auf 60,93 Dollar und auch amerikanisches Leichtöl der Sorte WTI wird in ähnlichem Maß billiger.

Hatten 2018 die Sorgen um den Handelskonflikt den Preis im Schlussquartal schon von 85 bis auf 52 Dollar fallen lassen, so hatte sich dieser noch bis Ende April auf 75 Dollar erholt. Davon ist mittlerweile nur noch wenig zu sehen. Mit gerade noch etwas mehr als 60 Dollar ist der Preis auf dem Niveau des vergangenen November angelangt, kurz bevor er innerhalb von zehn Tagen noch einmal um 7 Dollar fiel.

Was den Preis nach unten treibt, sind grundsätzlich die Sorgen um die Weltkonjunktur. Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigen in den Industrieländern vielleicht noch keine Rezession an, aber deutliche Zeichen von Schwäche. So hat jüngst erst die Bundesbank ihre Wachstumsprognose für Deutschland stark reduziert, die jüngsten Daten zu neuen Stellen in Amerika enttäuschten massiv und auch die Erwartungen der Einkaufsmanager gaben jüngst wenig Anlass für Optimismus.

Auch wenn die jüngsten chinesischen Exportzahlen wieder Anlass zur Hoffnung gaben, äußerte Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, jüngst die Besorgnis, der transpazifische Handelskonflikt könne auch 2020 das Wachstum belasten. Bislang richten sich die Hoffnungen darauf, dass sich schon gegen Ende des laufenden Jahres die Wirtschaft wieder beleben könnte.

BRENT

-- -- (--)
  • 1T
  • 1W
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Die Internationale Energieagentur erwartet 2019 ein Wachstum des Ölverbrauchs um 1,3 Millionen Barrel pro Tag. Morgan Stanley geht nur von einer Million Barrel aus, und JP Morgan Chase gar nur von 800.000. Das wäre das niedrigste Wachstum seit 2011.

Morgan Stanley machten zuletzt auch darauf aufmerksam, dass nicht nur die Nachfrage auf breiter front sinke, sondern auch nachgelagerte Indikatoren Schwäche zeigten, so etwa die Gewinne in der Plastikherstellung oder die Margen europäischer Raffinerien, die ein Mehrjahrestief erreicht hätten. Trotz Produktionskürzungen der „Opec+“-Staaten, Embargos gegen Iran und Venezuela und des Stillstands der „Druschba“-Pipeline gebe es augenscheinlich genug Öl.

Die Nachfrageerwartungen für 2019 seien bisher unrealistisch gewesen, sagte etwa Mark Maclean, Geschäftsführer von Commodities Trading der Nachrichtenagentur Bloomberg. Saudi-Arabien und Russland drängen daher auf ein Festhalten an den Produktionskürzungen der „Opec+“. Beide Länder befürchten, der Ölpreis könne gar unter 40 Dollar pro Barrel sinken. Doch die Allianz ist zerbrechlich, die Rivalität zwischen dem Iran und Saudi-Arabien als lokalen Großmächten droht die Geschlossenheit der Front aufzubrechen. Iran hat angesichts der neun amerikanischen Sanktionen weniger zu verlieren, wenn der Ölpreis fällt. Ursprünglich wollte sich die Gruppe am 25 und 26.Juni treffen, Russland das Treffen um zehn Tage verschieben, doch Iran blockiert.

WTI Light Sweet Crude Öl

-- -- (--)
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Hoffnungen setzen Experten dagegen auf eine robuste Nachfrage nach Flugbenzin und die neuen Vorschriften zur Verminderung des Schwefelverbrauchs bei Schiffsdiesel, die den Ölverbrauch gegen Ende des Jahres steigen lassen sollten.

Der jüngste Impuls für den Preisrückgang kam von Hinweisen auf steigende Ölreserven in den Vereinigten Staaten. Der Interessenverband American Petroleum Institute hatte in der vergangenen Woche einen Zuwachs der Lagerbestände an Rohöl um 4,85 Millionen Barrel verzeichnet. Am Mittwochnachmittag sollte die amerikanische Regierung die offiziellen Daten zu den amerikanischen Lagerbeständen veröffentlichen. Erwartet wird ein Rückgang der Reserven um eine Million Barrel. Sollte dieser deutlich anders ausfallen, dürfte das neue Bewegung in den Ölpreis bringen.

Quelle: FAZ.NET
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenÖlpreisDollarMorgan StanleyDeutsche BundesbankIran