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Übernahmeangebot

KKR steigt bei Axel Springer ein

 - 10:23

Der Finanzinvestor KKR wird sich am Medienkonzern Axel Springer beteiligen. Gemeinsam mit Großaktionärin Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner wollen die Amerikaner künftig das Unternehmen kontrollieren.

Dass KKR über einen Einstieg bei dem Konzern verhandelt, war schon Ende Mai bekannt geworden. Nun hat der Finanzinvestor ein Übernahmeangebot vorgelegt und bietet den freien Aktionären 63 Euro je Springer-Aktie in bar. Am Dienstag hatte die Notierung bei 56 Euro geschlossen, am Mittwochmorgen stieg der Kurs auf 62,90 Euro.

Als Ende Mai bekannt wurde, dass die drei Partner eine Übernahme planen, war der Kurs von von 45 auf 55 Euro hochgeschnellt und sich danach nicht mehr wesentlich verändert. Analysten hatten ihre Kursziele seinerzeit in den Bereich zwischen 50 und 60 Euro angehoben. Jetzt gibt es mit 63 Euro etwas mehr als erwartet. KKR strebt eine Mindestannahmequote von 20 Prozent an, den Aufschlag zum dreimonatigen volumengewichteten Durchschnittskurs gibt KKR mit rund 31,5 Prozent an. Bewertet wird Springer dadurch mit 6,8 Milliarden Euro.

AXEL SPRINGER

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Die Familie des „Bild“- und „Welt“-Gründers Axel Springer hält eine Mehrheit an dem börsennotierten Unternehmen. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, kontrolliert den Medienkonzern, der zuletzt das Digitalgeschäft stark ausgebaut hat. 37,5 Prozent hält sie über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik. Dazu kommt ein direkt gehaltener Anteil von 5,1 Prozent. Ihr Vertrauter Mathias Döpfner selbst hält 2,8 Prozent. Zusammen sind Friede Springer und Döpfner mit 45,4 Prozent beteiligt. Diese Anteile wollen beide behalten, so dass KKR mehr als ein Drittel der verbleibenden Anteile angedient werden müssen. Etwa 25 Prozent der gesamten Anteile entfallen auf Investmentfonds.

KKR sei mit seiner Erfahrung in der Medienbranche und der Digitalisierung der richtige Partner, um die Wachstumsstrategie des Konzerns voranzutreiben, heißt es von Springer. Axel Springer wolle ein weltweit führender Anbieter von digitalem Journalismus und digitalen Rubrikenangeboten werden. Er wolle weiter in den Ausbau des Anzeigengeschäfts und den digitalen Journalismus investieren.

Allerdings verlief die wirtschaftliche Entwicklung zuletzt schwächer als erwartet, worunter vor allem die Erlöse des Geschäftes mit Stellenanzeigen litten. Springer senkte deshalb seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr: Der Umsatz werde 2019 im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurückgehen, das bereinigte operative Ergebnis im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken.

Nach Einschätzung des britischen Analysehauses Liberum dürfte die Offerte des Finanzinvestors angenommen werden und die Übernahmespekulationen in der Branche neu anheizen. Die zugleich ausgesprochene Gewinnwarnung für dieses Jahr und noch gravierender für das kommende Jahr stelle aber den Charakter der Medienbranche als sicherer Hafen in Frage, den Investoren den
Betreibern von Online-Portalen beimessen.

Quelle: FAZ.NET
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