Weltraum-Tourismus

Ein Raumschiff an der Börse

Von Winand von Petersdorff, Washington
Aktualisiert am 25.10.2019
 - 07:12
Eine Rakete startet in Kasachstan
Der britische Unternehmer Richard Branson will Touristen ins Weltall bringen. Eine Milliarde Dollar wurden bisher in das Projekt investiert. Nun geht er mit seinem Unternehmen Virgin Galactic an die Börse.

Der Countdown läuft: Das Weltraum-Tourismus-Unternehmen Virgin Galactic strebt an die Börse. Die Aktien könnten von Montag an an der New York Stock Exchange gehandelt werden, wenn alles glatt läuft. Das geht aus dem Börsenprospekt hervor. Das Aktienkürzel ist SPCE. Eine Voraussetzung ist der Zusammenschluss mit einer Gesellschaft mit dem Namen Social Capital Hedosophia, eine spezielle Investmentgesellschaft, die als Hülle schon an der Börse notiert ist.

Der Kniff hilft Virgin Galactic, den Weg an die Börse zu verkürzen. Ein Wagnisfinanzier, der hinter dem Investmentvehikel steckt, schiesst knapp 800 Millionen Dollar in das Unternehmen ein für die Hälfte der Anteile. Virgin Galactic hat die feste Absicht, Geschäfte und sogar Gewinne zu machen. Das Unternehmen will Passagiere in den Weltraum und wieder zurück bringen. Höhepunkt für die Kunden sind einige Momente der Schwerelosigkeit und eine gute Aussicht.

Ticket für 250.000 Dollar

Die Kunden fliegen in einem Raumschiff namens VSS Unity, das in ungefähr 15 Kilometern Höhe von einem Trägerflugzeug abgekoppelt wird, dann eigene Raketen zündet und Richtung Weltraum schnellt. Nach einem kurzem Aufenthalt 80 Kilometer über der Erde tritt VSS Unity wieder in die Erdatmosphäre ein, gleitet zurück zur Erde und landet wie ein gewöhnliches Flugzeug auf einer Landebahn. Das Ticket hin und zurück kostet 250.000 Dollar.

Die Firma hat nach eigenen Angaben schon 600 Kunden-Reservierungen. Die ersten regulären Flüge sollen schon Mitte nächsten Jahres beginnen. Von 2023 an will das Unternehmen 270 Flüge im Jahr schaffen mit jeweils 5 bis 6 Passagieren. Bisher allerdings hat Unity erst zwei erfolgreiche Flüge in den Weltraum hinter sich gebracht. 2014 bei einem Testflug kam es zu einem Absturz, bei dem ein Pilot ums Leben kam.

Der britische Unternehmer Richard Branson ist die treibende Kraft in dem Unterfangen. Er hat seit 2004 rund eine Milliarde Dollar in das Projekt gelenkt. Branson konkurriert mit den Entrepreneuren Jeff Bezos und Elon Musk, die mit eigenen Unternehmen den Weltraum erschließen wollen.

Quelle: FAZ.NET
Winand von Petersdorff-Campen - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitun
Winand von Petersdorff-Campen
Wirtschaftskorrespondent in Washington.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot