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Technische Analyse

Warum Anleger auf ein gutes Aktienjahr 2020 hoffen können

Von Achim Matzke
 - 11:39
Die Stimmung an der New Yorker Börse ist gut, Experten erwarten ein gutes Aktienjahr 2020.

Auch nach gut zehn Jahren sollte sich der technische Hausse-Zyklus an den Aktienmärkten im Jahr 2020 fortsetzen. Doch deutet die technische Gesamtlage – nach dem „sehr guten“ Aktienjahr 2019 mit Kursgewinnen bis zu 30 Prozent in den führenden Aktienindizes – auf ein „gutes“ Aktienjahr hin.

An der New Yorker Wall Street sollte der S&P 500 seine Klettertour im amerikanischen Präsidentschaftswahljahr 2020 in Richtung 3300 bis 3350 Punkte fortsetzen. Im japanischen Nikkei 225 geht es darum, die mehrjährige Widerstandszone von 24.000 bis 24.450 Punkten zu überwinden. Nach vielen Jahren deutet sich für 2020 die attraktivste technische Lage in Europa an. Im Euro Stoxx 50 steht auf Basis des neuen Kaufsignals eine Klettertour in Richtung 4000 an. Im Dax sollte ein Sprung über die Widerstandszone im Umfeld der Allzeithochs um 13.600 auf der Jahresordnung stehen.

Der S&P 500, ein Kursindex, startete seinen Hausse-Zyklus, in dem Aktienkurse unter Schwankungen viele Jahre steigen, im März 2009 bei 667 Punkten. Da das bisherige neue Allzeithoch bei 3154 lag, liegt ein Kursanstieg von 373 Prozent vor. Dieser Hausse-Zyklus läuft bisher in einem weiterhin intakten attraktiven Umfeld (niedrige Inflation, niedrige Anleiherenditen, lockere Geldpolitik, Aktienrückkäufe, wahrscheinlich abermals steigende Unternehmenserträge im Jahr 2020) ab, wobei aber auch die sportliche Bewertung des amerikanischen Aktienmarktes zu berücksichtigen ist.

Im historischen Vergleich der technischen Hausse-Zyklen am amerikanischen Aktienmarkt seit 1945, die bei ebenfalls günstigen Umfeldfaktoren einen Mindestanstieg von 450 Prozent geliefert haben, hat dieser Hausse-Zyklus ein langfristiges technisches Aufwärtspotential bis auf 3600 bis 3700 Punkte.

S&P 500

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Dies steht aber nicht auf der technischen Agenda für 2020. Seit dem Jahreswechsel 2018/2019 bewegt sich der S&P 500 in einer mittelfristigen Aufwärtsbewegung, wobei zuletzt die mehrmonatige Konsolidierung (Aufwärtsdreieck unter der Widerstandszone um 3028) mit einem Investment-Kaufsignal verlassen wurde. Damit deutet sich im Präsidentschaftswahljahr, die meist gute Aktienjahre waren, ein Kursanstieg bis über 3300 an.

Im Nikkei 225, ein Kursindex, läuft der aktuelle Hausse-Zyklus seit Oktober 2008 (Start bei 6995), so dass mit dem bisherigen Zyklushoch von 24.448 (Oktober 2018) ein Zugewinn von 250 Prozent vorliegt. Aktuell steht die Frage nach dem Kursanstieg im neuen Jahr aber auch in Konkurrenz zur möglichen Segmentneuordnung des Börsenbetreibers. Als Konsequenz dürften viele der 2148 Titel des Topix (ein Gesamtmarktindex) ihre Indexmitgliedschaft verlieren und damit den Topix gegenüber dem Nikkei 225 als Vergleichsindex deutlich aufwerten.

NIKKEI

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Der Nikkei 225 ist innerhalb des Hausse-Zyklus seit Ende 2017 in eine breite Seitwärtsbewegung (Unterstützungszone von 18.950 bis 20.000; Widerstandszone von 24. 000 bis 24.450) hineingelaufen. Diese hat bisher einen trendbestätigenden Charakter nach oben. Während der Nikkei 225 im Jahr 2019 bis in den oberen Bereich der Handelsspanne geführt wurde, sollte 2020 ein Verlassen dieser Seitwärtsbewegung nach oben anstehen. Die technische Gesamtlage zeigt aber auch, dass der Nikkei 225 seine gegenwärtige mittelfristige relative Schwäche im internationalen Vergleich auch 2020 beibehalten sollte.

Der Euro Stoxx 50, ebenfalls ein Kursindex, hat in seinem Hausse-Zyklus (Start im März 2009 bei 1765) sein bisheriges Hoch bei 3836 (April 2015; Widerstandszone) gesetzt, so dass der Zugewinn „nur“ 117 Prozent beträgt. Der gut zehnjährige moderate Hausse-Zyklustrend liegt aktuell erst bei 2600. Ausgehend von dem Hoch im April 2015 etablierte der Index eine über vierjährige Seitwärtspendelbewegung mit einer leicht fallenden oberen Abwärtstrendlinie (zuletzt bei 3600) und einer leicht steigenden unteren Aufwärtstrendlinie (zuletzt bei 3000).

Als technische Konsequenz lag ein „symmetrisches Dreieck“, eine mittelfristig trendbestätigende Konsolidierung (nach oben) vor. Seit dem Jahreswechsel 2018/2019 und dem Ausgangsniveau um 2910 befindet sich der Index wieder in einem Aufwärtstrend (Aufwärtstrendlinie bei 3450). Dieser hatte den Euro Stoxx 50 zunächst an die obere Begrenzung des symmetrischen Dreiecks geführt. Zuletzt ist der Index mit einem neuen Kaufsignal nach oben herausgelaufen. Damit deutet sich für 2020 die Chance auf eine Klettertour an, wobei auch die Widerstandszone um 3838 (altes Hausse-Top) in Richtung 4000 überwunden werden sollte.

Im Dax sieht der Zugewinn in diesem Hausse-Zyklus mit einem Kursanstieg von 3589 (März 2009) bis auf 13.596 (Januar 2018) und damit um 279 Prozent nur auf den ersten Blick ansprechend aus. Da es sich aber um einen Performance-Index handelt, in dem die Dividenden anteilig in Kursgewinne umgerechnet werden, relativiert sich die Lage. Der Dax brach im Jahr 2013 mit Hilfe des intakten Hausse-Zyklus aus dem damals fast 13-jährigen Aufwärtsdreieck (obere waagerechte Widerstandszone um 8150) mit einem übergeordneten Kaufsignal nach oben aus.

DAX ®

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Die Ausdehnung dieses langfristigen Aufwärtsdreiecks deutete damit für die kommenden Jahre ein technisches Mindestkurspotential bis in die Zone 14.000 bis 14.500 an, was der Dax noch nicht erreicht hat. Seit dem Jahreswechsel 2018/2019 – ausgehend von 10.279 – befindet sich der Dax wieder in einem Aufwärtstrend, wobei die Aufwärtstrendlinie zurzeit erst bei 11.700 liegt. Anfang Oktober 2019 lieferte der Dax mit dem Verlassen der vorherigen Konsolidierung (eine Diamant-Formation unterhalb des Widerstands um 12.660) ein neues Investment-Kaufsignal. Als Konsequenz sollte der Index die nächste Widerstandszone um 13.600 (am Allzeithoch) nicht nur testen, sondern auch überbieten. Damit deutet sich für den Dax für 2020 ein technisches Kurspotential bis 14.500 Punkte und damit eine Fortsetzung der Hausse an.

Der Autor leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research der Commerzbank.

Quelle: F.A.Z.
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