China

Weitere Zahlungsausfälle in der Immobilienbranche

05.10.2021
, 09:42
Von der Boombranche zum Sorgenkind: Immobilienbau in China
In China können weitere Immobilienunternehmen ihre Schulden nicht bedienen. Trotz zunehmender Sorgen zeit sich die Börse des Landes stabil.
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Die Sorgen an den asiatischen Finanzmärkten nehmen weiter zu. Nach dem chinesischen Immobilienkonzern Evergrande hat nun auch der Projektentwickler Fantasia Holdings eine fällige Anleihe im Volumen von 205,7 Millionen Dollar, die am Montag fällig war, nicht zurückgezahlt. Zudem gab die Immobilienverwaltungsgesellschaft Country Garden Services bekannt, dass eine Einheit von Fantasia einen Kredit von 700 Millionen Yuan (108 Millionen Dollar) nicht zurückzahlen konnte, der ebenfalls am Montag fällig wurde.

Auch das Bauunternehmen Sinic steckt offenbar in Zahlungsschwierigkeiten. Nachdem das Unternehmen am 18. September 38,7 Millionen Yuan (6 Millionen Dollar) an Zinsen für zwei Finanzierungsvereinbarungen nicht leisten konnte, fordert nun ein Gläubiger die Rückzahlung von 75,4 Millionen Dollar zuzüglich aufgelaufener Zinsen,

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Damit mehren sich die Anzeichen, dass sich die finanziellen Probleme in Chinas Immobilienbranche ausbreiten. Die Anleiherenditen von Bauträgern mit niedrigerem Bonitätsrating sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg auf den höchsten Stand in einem Jahrzehnt gestiegen.

Fantasia ist zwar vergleichsweise klein. Im ersten Quartal kam das Unternehmen nach Immobilienverkäufen auf Platz 60 im Land. Evergrande ist die Nummer drei. Die Gesamtverbindlichkeiten von Fantasia beliefen sich laut Halbjahresbericht auf 12,9 Milliarden Dollar, bei Evergrande sind es 304,5 Milliarden Dollar.

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Die asiatischen Aktienmärkte gerieten zur Eröffnung unter Druck. Allerdings wirken sich hier auch die steigenden Energiepreise aus. Die Ölpreise erreichten am Montag einen Dreijahreshöchststand, so dass sich die Stagflationssorgen mehren. Der MSCI-Asia-Index gibt 0,5 Prozent nach. Vor allem der japanische Nikkei-Index zeigte sich mit einem Minus von mehr als 2 Prozent schwach. Hier spielt auch eine Rolle, dass die Hoffnungen, die an den Wechsel im Ministerpräsidentenamt geknüpft wurden, sich langsam aufzulösen beginnen.

Die Aktien von Evergrande und seiner Immobilienverwaltungseinheit sind weiter vom Handel ausgesetzt. Auch die Aktie von Hopson Development, die angeblich 51 Prozent der Anteile der Evergrande Property Services erwerben wollen, bleibt ausgesetzt. Die Kurse der Dollar-Anleihen von Hopson verzeichneten am Montag indes Rekordverluste. Seit Anfang September hat sich etwa die Rendite der im Dezember 2023 fälligen, mit 6,8 Prozent verzinsten Anleihe des Konzerns auf 12,1 Prozent fast verdoppelt.

Unterdessen heißt es von der Rating-Agentur S&P, dass der wahrscheinliche Zahlungsausfall von Evergrande sich nicht negativ auf die Bonität der Lokalregierungen in China auswirken werde. Es sei unwahrscheinlich, dass die Probleme des Konzerns auf lokaler Ebene ein Ansteckungsrisiko darstellten oder die soziale Stabilität erheblich untergrüben.

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Hongkongs Hang-Seng-Index gewann dagegen 0,6 Prozent hinzu. Gefragt sind aufgrund der bestehenden Engpässe und Preissteigerungen vor allem Energie- und Rohstoffaktien. Dagegen gibt der Hang Seng Tech Index leicht nach, war aber mit deutlich höheren Kursverlusten gestartet.

Quelle: FAZ.NET
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