Fonds

Dit überholt DWS im Neugeschäft

14.07.2005
, 21:45
Die Rentenfonds bescheren der Allianz-Fondsgesellschaft das bisher beste Halbjahresergebnis in ihrer Geschichte. Vor allem der „Euro Bond Total Return“ hat seit seiner Auflegung 2002 überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

Die Beliebtheit ihrer Rentenfonds unter privaten wie institutionellen Anlegern hat der Allianz-Fondsgesellschaft Dit das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte beschert. Nach der Absatzstatistik des Bundesverbandes Investment (BVI) sammelte der Fondsanbieter in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in seinen Publikumsfonds zusätzliche Mittel in Höhe von 7,2 Milliarden Euro ein.

Damit setzte sich die - gemessen am verwalteten Vermögen - viertgrößte deutsche Fondsgesellschaft im Neugeschäft von dem Marktführer DWS aus dem Deutsche-Bank-Konzern ab, der auf einen Nettomittelzufluß von 5,6 Milliarden Euro kommt. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte die DWS mit einem Absatz von 2,4 Milliarden Euro noch weit vor dem Dit gelegen, der damals nur auf 173 Millionen Euro kam.

Überdurchschnittliche Anlageergebnisse

Zu verdanken hat die Allianz-Fondsgesellschaft ihren Absatzerfolg vor allem der ungebrochenen Nachfrage nach Rentenfonds in der Anlegerschaft. Branchenweit flossen im ersten Halbjahr 16,6 Milliarden Euro an zusätzlichen Mitteln in diese Anlageklasse - gut das Doppelte des Vorjahreszeitraums und der Löwenanteil am Neugeschäft von Publikumsfonds von insgesamt 23,4 Milliarden Euro (siehe Grafik). Mit dem Euro Bond Total Return hat der Dit einen Rentenfonds im Angebot, der nicht nur intensiv beworben wird, sondern seit der Auflegung im April 2002 überdurchschnittliche Anlageergebnisse erzielt.

Wichtige Stütze im Absatz

Er kann dabei auf die Expertise des ebenfalls im Allianz-Konzern befindlichen größten Rentenfondsmanagers der Welt, der amerikanischen Investmentgesellschaft Pimco, zurückgreifen. Seit seiner Auflegung kommt der Total-Return-Fonds auf einen jährlichen Wertzuwachs von 7,7 Prozent, in den vergangenen zwölf Monaten sogar auf 10,1 Prozent. Angesichts einer sicheren Geldmarktrendite um die 2 Prozent wirkt die Überrendite auf risikoscheue Investoren offenbar unwiderstehlich. Allein der Total-Return-Fonds sammelte in diesem Jahr zusätzliche Mittel in Höhe von insgesamt rund 3 Milliarden Euro ein.

„Die Zahlen zeigen, daß der integrierte Finanzdienstleister Allianz funktioniert“, kommentiert Markus Rieß, Sprecher der Dit-Geschäftsführung, die jüngste Absatzstatistik. Neben der Dresdner Bank hätten sich inzwischen auch die Allianz-Vertreter zu einer wichtigen Stütze im Absatz entwickelt. Allerdings profitiert die Fondsgesellschaft im Vergleich zur Konkurrenz auch überdurchschnittlich von der zunehmenden Nachfrage institutioneller Investoren.

Umstellung der Bilanzierung

Zum einen sind das Dachfonds, zum anderen aber auch Versicherer und Industrieunternehmen, die neben Spezialfonds verstärkt Publikumsfonds für ihre Geldanlage nutzen. Zurückzuführen ist dieser Trend auf die Umstellung ihrer Bilanzierung nach dem IAS-Standard. Hierbei muß jetzt bei der Anlage in Spezialfonds jeder Einzelwert ausgewiesen werden, während dieser Aufwand bei einem Engagement in Publikumsfonds nicht betrieben werden muß, soweit der Anteil des Anlegers in dem Fonds unter 50 Prozent liegt. Das wirke extrem bilanzvereinfachend, heißt es.

Genaue Zahlen, wie hoch der Anteil institutioneller Investoren am Neugeschäft mit Publikumsfonds ist, nennt der Dit zwar nicht. In Branchenkreisen wird aber von mindestens 20 Prozent ausgegangen. Die Fondsgesellschaft von Sal. Oppenheim, die am Donnerstag stolz den Sprung über die 10-Milliarden-Euro-Grenze ihres verwalteten Vermögens in Publikumsfonds verkündete, nennt für ihr Neugeschäft einen Anteil von derzeit zwischen 10 und 15 Prozent und erwartet, daß sich dieser Anteil mittelfristig verdoppelt. Die DWS profitiert dagegen nach eigenen Angaben noch nicht von diesem Effekt und stützt sich weiter auf das klassische Privatkundengeschäft.

Quelle: sfu. / F.A.Z., 15.07.2005, Nr. 162 / Seite 19
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