Alternative Investments

Schwierige Zeiten für Managed Futures

08.06.2004
, 11:01
Einige Dach-Hedge-Fonds und Zertifikate versprechen ihren Anlegern zum Teil hohe Renditen. Ihr Geheimnis sind die „Managed Futures“. Die erzielen zwar in Trendphasen hohe Renditen. Außerhalb sieht es aber eher flau aus.

Die vergangene Baisse hat auch in Deutschland die lange Zeit verschrieenen Hedge Fonds populär gemacht. Nach Zeiten massiver Kursverluste fühlte sich sogar der Gesetzgeber berufen, etwas gegen die „renditelosen Zeiten“ zu tun. Seit einigen Wochen nun ist der Vertrieb von Hedge Fonds auch hierzulande zugelassen. Für den „gemeinen Anleger“ allerdings nur in der rudimentären Form von Dach-Fonds.

Das sind jene Konstruktionen, die dem Anleger nur ein Angebot in gebündelter und diversifizierter Form unterbreiten. Auf diese Weise sollen sie, denen bei der Geldanlage offensichtlich eine gewisse Unmündigkeit unterstellt wird, vor zu drastischen Verlusten geschützt werden. Ähnlich wie schon bei traditionellen Fonds stellt sich allerdings die Frage, ob solche Konstruktionen auf Grund der hohen Gebühren überhaupt ihr Geld wert sind. Ob sie nicht mehr kosten, als sie an zusätzlichem Ertrag einbringen können.

Dachfonds können mit dem Index oft nicht mithalten

Nimmt man den Tremont Hedge-Fonds-Index als Maßstab, so hat in den vergangenen drei Jahren nur jeder dritte Dachfonds besser als der Index abgeschnitten. Berücksichtigt man das Risiko, dann liegt die „Erfolgsquote“ sogar noch deutlich tiefer. Und schon befindet man sich wieder auf der Suche nach Alternativen, die auch hier in Indexzertifikaten - allerdings sind auch sie gebührenmäßig oft sehr, sehr teuer - zu finden sein könnten. So lassen sich im Bereich alternativer Anlagen immer mehr Indizes und entsprechende Zertifikate finden. Damit wäre man in den vergangenen zehn Jahren sicherlich nicht schlecht gefahren. Immerhin hat der Tremont-Index in diesem Zeitraum 195 Prozent oder etwas mehr als zwölf Prozent pro Jahr zugelegt. Und das bei einer Volatilität von 8,3 Prozent. Das macht deutlich, daß der Index „risikobereinigt“ sehr gut abgeschnitten hat.

Gleichzeitig stellt sich allerdings die Frage, wie einige Anbieter jährliche Renditen von bis zu 20 „garantierten“ Prozent erreichen wollen. Denn auf den ersten Blick scheint die Rechnung nicht aufgehen zu können. Fragt man nach oder liest das Kleingedruckte in der Produktbeschreibung, so stößt man bald auf die angeführte Erklärung. Denn die Anbieter verweisen auf die „Beimischung“ so genannter „Managed Futures“.

„Managed-Futures“ erzielen in Trendphasen sehr hohe Renditen ...

Darunter versteht man Anlagegesellschaften, die unter Anwendung so genannter Trendfolgemodelle auf beinahe alle Instrumente der Finanzmärkte setzen. Hauptsache, es hat sich erst einmal ein Trend etabliert, der eine gewisse Mindestbeständigkeit aufweist. Diese Fonds investieren überwiegend an den vergleichsweise liquiden Futures-Märkten und handeln dort von Währungs-, Zins- oder Indexkontrakten bis hin zu Terminkontrakten auf Schweinebäuchen oder Soja alles. Hat sich „der Kurszug“ erst einmal in Bewegung gesetzt, dann springen sie einfach auf und „reiten den Trend“, bis dieser bricht. Das Interessante: Es ist egal, ob er nach oben oder nach unten zeigt. Fundamentaldaten spielen so gut wie keine Rolle.

Auf diese Weise dürften sich die starken Kursschwankungen an manchen Rohstoffmärkten und unter Umständen auch der rasche und starke Anstieg des Öl- und der Metallpreise in den vergangenen Monaten erklären lassen. Auch die zwischenzeitlichen Korrekturen. Denn bricht der Trend, dann wollen alle Anleger „dieser Sorte“ beinahe gleichzeitig aussteigen und sorgen für entsprechende Gegenbewegungen.

... tun sich allerdings schwer in „trendlosen Zeiten“

Grundsätzlich lassen sich in längeren Phasen steigender oder auch fallender Kurse auf diese Weise hohe Jahresrenditen erzielen. Zumindest mit Blick auf die Vergangenheit. Allerdings geraten diese Modelle auch in Durststecken. Denn wenn sich keine Trends finden lassen, bleibt der Erfolg aus. Auf Grund der inhärenten Anlagedisziplin lassen sich in der Regel zwar massive Verluste vermeiden. Allerdings sind die Erträge in „trendlosen Zeiten“ leicht negativ. Und genau mit diesem Problem scheinen sich einige Akteure „der Szene“ seit dem Ende des Aufwärtstrends an den Börsen herumzuschlagen. „Im Moment verdienen wir kein Geld und so lange keine deutlich identifizierbaren Trends absehbar sind, werden wir dazu auch nicht in der Lage sein“, sagte ein Mitarbeiter eines dieser Unternehmen kürzlich zu FAZ.NET.

Sollte die „trendlose Phase“ an den Märkten länger anhalten, könnten sich die Renditeversprechungen zu optimistischer Zertifikateanbieter in heiße Luft auflösen. Ganz ausgeschlossen ist es wohl nicht. Immerhin gab es an den Börsen schon Zeiten, in welchen sich die Indizes mehr als ein Jahrzehnt orientierungslos seitwärts bewegten.

Quelle: @cri
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