Fonds

Amerikanische, globale und japanische Fonds gefragt

26.10.2005
, 16:27
Das umgehende Inflationsgespenst hat in den vergangenen Wochen zu einem veränderten Anlageverhalten geführt. Davon profitierten Fonds die in amerikanische und japanische Aktien investieren, sowie globale Aktien- und Rentenfonds.

Die Entwicklung an den Finanzmärkten war bis vor wenigen Wochen noch recht unterschiedlich. Während die amerikanischen Wertpapiere nicht nur nicht in die Gänge kamen, sondern in der Tendenz eher leicht unter Druck standen, florierten die Börsen in Europa, zuletzt in Japan und vor allem auch in den Schwellenländern.

Sowohl Börsen als auch die Rentenmärkte schienen in Südamerika aber auch in Mittel- und Osteuropa keinen Grenzen nach oben zu kennen. Dieses Bild hat sich allerdings in den vergangenen Tagen gewandelt. Es kam in manchen Märkten zu deutlichen Gegenbewegungen nach unten. Das gilt nicht nur für die Börsen, sondern insbesondere für die Rentenmärkte.

Steigende Leitzinsen in Amerika und das umgehende Inflationsgespenst machen defensiv

Steigende Leitzinsen in Amerika und das umgehende Inflationsgespenst führten offensichtlich zu einem Wandel in der Wahrnehmung der Anleger. Hatten sie in den vergangenen Jahren die Risiken vieler Märkte weitgehend ausgeblendet und nur die Renditevorteile gesehen, so hat sich diese Einschätzung inzwischen geändert. Unter Berücksichtigung der schrumpfenden Zins- und damit Renditevorteile kam es zu zumindest nach Analyse von EmergingPortfolio.com zu einer gewissen „Flucht in die Qualität“.

Bild: FAZ.NET

Nach Analyse der Mittelflüsse profitierten davon Fonds die in amerikanische und japanische Aktien investieren, sowie global anlegende und international agierende Aktien- und Rentenfonds. So verbuchten Japan-Aktienfonds bis zum 19. Oktober Mittelzuflüsse von 948,4 Millionen Dollar, obwohl die Börse in der vergangenen Woche leicht schwächelte. Damit war das die 14. Woche in Folge, in der die Mittelzuflüsse überdurchschnittlich ausfielen. Die Gesamtsumme belief sich in dieser Periode auf 7,54 Milliarden Dollar.

Dagegen mußten die Schwellenländerfonds in der vergangenen Woche unter anderem aufgrund der schwachen Performance Mittelabflüsse in Höhe von 478 Millionen Dollar hinnehmen. Auf diese Weise hat sich der Mittelzufluß seit Jahresbeginn auf 12,8 Milliarden Dollar reduzierte. Dabei scheinen insbesondere in Südamerika Gelder abgeflossen zu sein. In anderen Regionen dagegen war das Phänomen weniger ausgeprägt.

Amerikanische Aktienfonds als „Gewinner des Augenblicks“

Die „Geldströmungs-Gewinner“ waren in der vergangenen Woche die amerikanischen Aktienfonds. Sie verbuchten Mittelzuflüsse in Höhe von 1,02 Millairden Dollar. Allerdings ist der Saldo seit Jahresbeginn mit Abflüssen in Höhe von 4,68 Millairden Dollar immer noch negativ. Auch der Saldo bei europäischen Aktienfonds ist seit Jahresbeginn negativ. Anleger haben 1,55 Milliarden Dollar abgezogen, davon 139 Millionen Dollar in der vergangenen Woche.

Die Entwicklung bei den Rentenfonds zeigt eine zunehmende Risikoaversion in diesen Märkten. Die vergangene Woche war die sechste in Folge mit einer negativen Wertentwicklung. Das scheint die Anleger jedoch nicht davon abgehalten zu haben, zunehmend Mittel in globale Rentenfonds zu investieren, zu Lasten der so genannten Hoch-Zins-Fonds. Sie verbuchten in der vergangenen Woche Mittelabflüsse in Höhe von 316,1 Millionen Dollar. Die europäischen Rentenfonds seien unter anderem aufgrund der zunehmend kritischeren Europäischen Zentralbank in die Defensive geraten, heißt es. Dagegen seien mit Blick auf die positiv interpretierten Fundamentaldaten kaum Mittel aus Schwellenländer-Rentenfonds abgezogen worden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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