Fonds

Anleger sollten auch Indexfonds im Blick behalten

24.11.2003
, 08:08
Indexfonds und -zertifikate werden oft als effizienteste Form der Fondsanlage bezeichnet. „Indexfonds sind nur für Leute gut, die durchschnittlich sein wollen,“ argumentieren allerdings Kritiker.
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Aktienfonds sind wieder „in“. Wollten während der Baisse viele Anleger von Produkten, die in Aktien investieren, nicht mehr viel wissen und setzten sie lieber auf Renten- oder gar Geldmarktfonds, so hat sich dieses Verhalten in den vergangenen Monaten wieder deutlich geändert. Die rasant steigenden Kurse an den Börsen zeigen - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung - deutliche Spuren. Die Banken und Fondsgesellschaften nutzen die Stimmung und treten „verkäuferisch“ wieder offensiver auf.

Anleger, die sich für Aktienfonds entscheiden, haben grundsätzlich die Qual der Wahl. Das Angebot ist extrem unübersichtlich und reicht von Spezialfonds über die großen „Flaggschiffe“ der einzelnen Gesellschaften bis hin zu Indexfonds. Auch Kosten und Gebühren variieren wild und sind oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Am einfachsten ist es noch mit dem Unwesen der Ausgabeaufschläge, die in Deutschland extrem hoch sind, obwohl sie sich nicht vernünftig begründen lassen. Dazu kommen in der Regel zum Teil ähnlich „happige“ Verwaltungsgebühren, die nicht selten in den Fußnoten der Fondsprospekte versteckt werden.

Fonds sind noch reichlich intransparent

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Völlig intransparent ist in der Regel das „Marktgebaren“ der Fondsgesellschaften. Also die Frage, wie oft sie ihre Positionen verändern und zu welchen Preisen. Gesellschaften, die nahe an eine Bank angegliedert sind, könnten leicht in den Verdacht geraten, hin und wieder unnötigerweise „Positionen zu drehen“, um der Muttergesellschaft oder „Handelspartnern“ zu attraktiven Einnahmen zu verhelfen. Oft werden auch Derivate nicht „ganz so scharf“ gerechnet, wie es unter Banken üblich wäre. Das heißt, hier gibt es einen großen Graubereich, in dem Anleger benachteiligt werden können. Auf dieser Basis dürfte es wenig verwunderlich sein, wenn die Mehrheit der von teuren Fondsmanagern aktiv verwalteten Fonds den Markt nicht schlagen kann.

Anleger, die das erkannt haben, tendieren möglicherweise zu - gebührenmäßig - günstigen Indexfonds oder - zertifikaten. Tatsache ist allerdings, daß sie damit effektiv den Index und so eine Art von Durchschnitt kaufen.

Indexfonds nur gut für „Durchschnittsanleger“?

„Indexfonds sind nur für Leute gut, die durchschnittlich sein wollen,“ argumentieren denn auch Kritiker. „Wer hat auf dem Höhepunkt der Kursblase in den 90er-Jahren die meisten Aktien von Yahoo, Worldcom, Enron et cetera gekauft und wer darf selbst in fallenden Märkten das Risiko nicht reduzieren und Cash halten,“ fragt beispielsweise Fondsmanager Robert Olstein in einem Interview mit Barrons und antwortet gleich selbst: „Indexfonds“! Die Kursblasen einzelner Aktien und Branchen haben damit die Indizes selbst aufgebläht - mit entsprechendem Korrekturbedarf.

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In diesem Sinne sind Indexfonds zwar eine relativ günstige Art, ein „Kerninvestment“ zu tätigen, um das man als Anleger seine speziellen „Ideen“ mit besonders viel versprechenden Renditeaussichten gruppieren kann. Allerdings sollte man auch diese Kernanlage immer im Blick halten und durch regelmäßig platzierte Stopp-Loss-Orders absichern. Börsengehandelte Produkte dürften sich dafür auf Grund der relativ hohen Liquidität und des regen Handels hervorragend und besser als viele „Mainstream“-Fonds eignen.

Quelle: @cri
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