Fonds

Börsengehandelte Fonds - eine Waffe gegen die Inflation

Von Palash R. Ghosh
28.10.2005
, 08:14
Börsengehandelte Fonds, die sich auf bestimmte Sektoren konzentrieren, können sich bei steigenden Preisen günstig für das Portfolio auswirken. Zu den attraktiven Sektoren gehören Energie, Versorger und das Gesundheitswesen.

Nach knapp 15 Jahren sind in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal wieder Inflationsanzeichen zu erkennen.

Sam Stovall, Chief Investment Strategist bei Standard & Poor's, weist auf den Verbraucherpreisindex (VPI) hin, der im September um 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte und damit den stärksten Anstieg seit Juni 1991 verzeichnete. Diese Entwicklung war vor allem auf die dauerhaft hohen Energiepreise zurückzuführen. Das Arbeitsministerium meldete zu Wochenbeginn, daß die Großhandelspreise im vergangenen Monat um 1,9 Prozent angestiegen seien.

Die Federal Reserve versucht, die Inflation durch Leitzinsanhebungen einzudämmen, und vor diesem Hintergrund könnten die Fonds- und Aktienanleger versuchen, ihre Vermögenswerte in Sektoren umzuschichten, die historisch in Perioden mit höherer Inflation gut abgeschnitten haben. Börsengehandelte Fonds, die sich auf diese Sektoren konzentrieren, können als taktische Anlage in gewissem Umfang als Kompensation für steigende Verbraucherpreise dienen.

Gewichtung ist von Bedeutung

Stovall hat acht Perioden mit beschleunigter Inflation im Zeitraum von Juni 1972 und September 2005 untersucht. Im Durchschnitt ließ sich dabei in den Sektoren Energie, Gesundheit, Werkstoffen und Versorger ein stärkerer Kursanstieg und eine häufigere Outperformance feststellen als in den Bereichen diskretionäre Konsumgüter, Finanzen, Industrie und Informationstechnologie. Auch Gold- und Edelmetallaktien schnitten in diesen Perioden ausnehmend gut ab.

Dennoch sollten sich die Anleger der Tatsache bewußt sein, daß börsengehandelte Aktienfonds auch dann, wenn sie sich auf defensive und weniger konjunkturabhängige Sektoren konzentrieren, bei einer Übergewichtung beträchtliche Risiken bergen können, da sie eine höhere Volatilität und Konzentration implizieren. Sektorspezifische, börsengehandelte Fonds sollten - abhängig von der Gesamtstruktur eines Anlegerportfolios - nur als Beimischung in ein Aktien- und Rentenportfolio aufgenommen werden.

Der Autor ist Reporter für Standard & Poor's Fund Advisor

Quelle: bearbeitet von @cri
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