Fonds

Der Erfolg der ETFs hält an

17.12.2003
, 14:31
Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds, setzen sich weiter durch. Denn sie sind durchschaubar und für Anleger kostengünstig. Im Gegensatz zu den zum Teil arg teueren „Nomalfonds“.

In Amerika geraten im Rahmen des Fondsskandals zunehmend auch die Gebühren, die die Fondsgesellschaften ihren Kunden abknöpfen, in den Brennpunkt des Interesses. Denn sie sind oft nicht gerade bescheiden. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis diese Diskussion auch auf Europa übergreift.

Denn hier herrscht diesbezüglich noch ein El Dorado. Erstens werden die Gebühren nicht offen kommuniziert, zweitens sind die zusätzlich kassierten Ausgabeaufschläge oft einfach nur unverschämt. Dazu kommt, daß viele Fondsmanager trotz der hohen Kosten nicht in der Lage sind, besser als ein Vergleichsindex abzuschneiden.

Indexfonds sind günstig

Auf dieser Basis dürfte es wenig verwunderlich sein, wenn immer mehr Anleger zu börsengehandelten Produkten tendieren. Denn vor allem die Indexfonds sind auf Grund der einfachen Konstruktion nicht nur beinahe konkurrenzlos günstig, sondern die permanente Preisfeststellung hat auch den Vorteil, daß der Anleger jederzeit - während der Börsenöffnungszeit - über den Wert seiner Ablage informiert ist und auch jederzeit zu aktuellen Preisen handeln kann.

Der Erfolg zeigt sich weniger an der Anzahl der verfügbaren Produkte, sondern vielmehr an der Entwicklung des verwalteten Vermögens. Denn das hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, allein im laufenden Jahr um 24,8 Prozent auf 176,74 Milliarden Dollar. Global betrachtet sind die verfügbaren Instrumente sogar leicht zurückgegangen.

Das hängt unter anderem damit zusammen, daß sich Merrill Lynch aus diesem Bereich zurückzog, dabei die 13 Branchenfonds liquidierte und die zwei übrig bleibenden Fonds an iShares verkaufte. IShares selbst gab die eigenen neun börsengehandelten Branchenfonds auf.

Schwerpunkt Amerika - Europa holt auf

Von den knapp 177 Milliarden mit börsengehandelten Fonds verwalteten Dollar stammen knapp 68 Prozent aus Amerika, 9,3 Prozent aus Europa und etwas mehr als 16 Prozent aus Japan. Der Rest verteilt sich von Kanada, über Südafrika bis hin zu Taiwan. In Europa war zumindest im zweiten Quartal mit einem Plus von 53,8 Prozent der größte Zuwachs bei den verwalteten Mitteln zu beobachten. In diesem Zeitraum wurden auch zehn neue Produkte lanciert.

Die schneller und weitere Verbreitung wird in Europa erschwert durch die uneinheitliche Regulierung in den verschiedenen Ländern, die unterschiedliche steuerliche Behandlung, die unterschiedlichen Abwicklungsmethoden, durch die verschiedenen Währungen - ohne Euro wäre es noch schlimmer -, durch die unterschiedlichen Sprachen und nicht zuletzt durch die unterschiedliche „Reife“ der Anleger. Es bleibt noch unheimlich viel zu tun, um einen einheitlichen europäischen Finanzmarkt mit wirklich effizienten Strukturen zu erreichen.

Nichts desto trotz hat der Anleger inzwischen durch das reichhaltige Angebot die Möglichkeit, sich mit dem Kauf eines börsengehandelten Fonds den bevorzugten Markt oder Strategie gut diversifiziert und zu relativ günstigen Konditionen ins Depot zu legen. Auf Grund der relativ hohen Liquidität kann er die Position gleichzeitig durch einen einfache Stopp-Loss-Order gegen größere Rückschläge absichern. Daneben kann er immer noch mit gezielten und genauer recherchierten Anlageideen die Performance seines Depots etwas aufpeppen.

Quelle: @cri
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