Fonds

Fondsbörse - clevere Alternative zum Fondskauf

16.12.2004
, 12:27
Anleger werden beim Kauf von Fondsanteilen und Lebensversicherungen oft offen oder verdeckt zu Gunsten der teuren Vertriebe zur Kasse gebeten. Das kann man zumindest bei Fonds umgehen durch den Kauf an einer Fondsbörse.
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Anleger, die in Deutschland Geld auf die hohe Kante legen wollen, denken noch recht oft ans Sparbuch. Wer etwas weiter denkt, liebäugelt nicht selten mit einer Kapitallebensversicherung und möglicherweise auch mit einem Investmentfonds.

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„Diese Produkte sind sicher und zumindest langfristig können Anleger mit einer attraktiven Rendite rechen,“ versprechen die Werbebroschüren der Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungsunternehmen recht gerne und legen eindrucksvolle Beispielrechnungen und Schaubilder bei. Die demonstrieren in der Regel, wie gut man in der Vergangenheit gefahren wäre, wenn man das Geld richtig investiert gehabt hätte.

So logisch solche Präsentationen auch sein mögen, ein gewisser Rest Skepsis sollte bleiben. Denn erstens werdend die Vergleichsperioden gerne geschickt gewählt, um ein möglichst positives Ergebnis zu erhalten. Zweitens ist die Vergangenheit Schnee von gestern und ob in Zukunft noch welcher fallen wird, ist - bildlich und grundsätzlich gesprochen - völlig offen. Denn das Klima, auch das Wirtschaftsklima, kann sich völlig ändern. Ein Blick auf die rasche Globalisierung genügt, um das zu bestätigen.

Abzocke beim Kauf von Fonds und Lebensversicherungen alimentiert die Vertriebsmaschinerie ...

Daneben langen Versicherungen, Fondsgesellschaften und zwischengeschaltete „Berater“ recht gerne kräftig zu, wenn ein Anleger einen Vertrag abschließt. Beim Kauf einer Lebensversicherung geschieht das dazu heimlich, der Kunde kriegt zumindest bisher nicht einmal mit, daß sein Depot unmittelbar nach der Unterschrift zunächst einmal massiv mit einer Verkäuferprovision belastet wird. Denn die teure Vertriebsmaschinerie der Versicherungsgesellschaften muß von etwas leben.

Beim Kauf eines Fonds geht das mit den verlangten Ausgabeaufschlägen noch vergleichsweise transparent zu. Aber auch hier gilt: Ummittelbar nach der Unterschrift ist sein Depot erst einmal um ein, zwei, fünf oder gar mehr Prozent weniger wert geworden. Der Abschlag muß während der Laufzeit aufgeholt werden und schmälert die Rendite des Anlegers ungemein. Das muß allerdings nicht sein, denn es gibt Alternativen.

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Beispielsweise die börsengehandelten Indexfonds (XTFs). Sie lassen sich ähnlich wie Aktien mit einem einfachen Kaufauftrag zum jeweils aktuellen Kurs ins Depot legen. Sie haben mehrere Vorteile: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag, sie sind günstiger als alle aktiv verwalteten Fonds, sie lassen sich jederzeit verkaufen, sie sind nie schlechter als der Index und man kann sich mit Stopp-Loss-Orders absichern. Wer beispielsweise nur auf den Dax setzen möchte, fährt mit einem solchen Produkt sehr gut.

... aber es gibt Möglichkeiten, sie zu umgehen

Daneben gibt es seit einiger Zeit auch den Handel von offenen Fonds an der deutschen Fondsbörse der Börse Hamburg. Auch hier gilt: Kein Ausgabeaufschlag, Fonds lassen sich einfach, neutral und transparent über jede Bank oder Sparkasse handeln wie Aktien, Preisermittlung von 9:00 - 20:00 Uhr, Liquiditätsgarantie durch Makler bis 100.000 Euro, man ist jederzeit über den Vermögenswert informiert, Stop-Loss und Stop-Buy Order sind möglich.

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Zur Zeit werden rund 950 offene und 1.800 geschlossene Fonds gelistet (die handelbaren Fonds). Damit ist das Angebot gut und umfaßt auch die bewährten Namen wie den Fidelity Growth Fund oder den DWS Vermögensbildungsfonds. Selbst manche Schwellenländerfonds lassen sich hier handeln. Auf diese Weise hat zumindest der clevere Anleger genügend Möglichkeiten, sich schnell und vergleichsweise günstig so zu positionieren, wie er es gerne hätte.

Zum Beispiel indem er sich an den so genannten „Core-Satellite-Ansatz“ hält: Sofern er überhaupt an Aktien oder Anleihen glaubt, legt er sich als Basisanlage einen sehr günstigen, börsengehandelten Indexfonds ins Depot. Dazu kann er sich dann einen oder mehrere andere Anteile von weiteren Fonds oder einzelnen Unternehmen legen, die sich auf jene Bereiche konzentrieren, in welchen er besonders gute Chancen erwartet. Diese Anteile kann er vergleichsweise günstig und ohne Ausgabeaufschlag an der Börse in Hamburg handeln. Bleibt zu hoffen, daß die Anleger solche Angebote kräftig nutzen, statt teuren Finanzvertrieblern das Geld in den Rachen zu werfen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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