Fonds

Fondsranglisten sind mit Vorsicht zu genießen

15.04.2004
, 20:19
Fondsranglisten sind beliebt. Gesellschaften, die weit vorne liegen, haben gute Verkaufsargumente. Die Anleger kaufen gerne die „vermeintlichen Sieger“. Wer das Risiko berücksichtigt, könnte eine andere Wahl treffen.

Fondsranglisten sind beliebt. Sowohl bei den Fondsgesellschaften selbst, den Journalisten und auch den Anlegern. Die Logik für die Fondsgesellschaften ist klar. Je besser der Fonds einer Gesellschaft abgeschnitten hat, desto leichter läßt er sich vermarkten. Denn natürlich legen die Anleger und damit die potentiellen Kunden einen hohen Wert auf eine besonders gute Wertentwicklung.

Aber auch die Journalisten, die über das Metier schreiben, finden über die Wertentwicklung der vergangenen zwei, drei, fünf oder gar zehn Jahre günstige Anknüpfungspunkte, um ihre „Story“ aufzuziehen. Denn anhand der Rangliste läßt sich zumindest nachträglich relativ leicht erklären, woran es gelegen haben könnte, wenn eine bestimmte Fondskategorie oder ein Fondsmanager besonders gut abgeschnitten hat und ein anderer eher unterdurchschnittlich.

Die Rendite einer Anlageform ist nicht allein entscheidend ...

Auch Anleger scheinen bei der Auswahl ihres „Anlagevehikels“ wert auf solche Ranglisten zu legen. Nur so läßt es sich erklären, daß spezialisierte Zeitschriften, PR- und Bewertungsagenturen und ähnliche bestehen können. Dabei beruhen Ranglisten alleine auf der Vergangenheit und meist nur auf einem Kriterium: der erzielten Rendite. Sie bieten so gut wie keine Garantie dafür, daß sich der vermeintliche Erfolg auch wiederholen läßt. Und Rendite ist nicht unbedingt das ultimative Maß, um eine Geldanlage beurteilen zu können. Denn was sagt sie schon, wenn ein Fondsmanager für eine hohe Rendite unheimlich hohe Risiken eingeht?

Aus diesem Grund dürfte es sinnvoll sein, bei der Beurteilung von Fonds nicht nur auf die Performance der Vergangenheit zu achten, sondern auch auf die Kosten, das eingegangene Risiko und den gewählten Zeithorizont. Je länger der dabei gewählte Zeitraum ist, desto größer dürfte auch die Beständigkeit der Fondsentwicklung sein. Wichtig ist auch der Blick auf das jeweilige Umfeld. Denn in Perioden fallender Zinsen schneiden Rentenfonds oft relativ gut ab, während sie bei steigenden Zinsen ins Hintertreffen geraten. Alleine aus diesem Grund ist die Aussagekraft von Fondsranglisten ziemlich beschränkt.

... denn auch das Risiko sollte berücksichtigt werden

Wer zumindest das Risiko einkalkulieren möchte, sollte nicht alleine auf die erzielte Rendite abstellen sondern beispielsweise auf die Sharpe-Ratio. Sie zeigt die „Überschußrendite“, die ein Fondsmanager nach Risiko erwirtschaftet. Und auf dieser Basis könnte die Wahl des Fonds unter Umständen unterschiedlich ausfallen. Die beiden folgenden Tabellen zeigen die in den vergangenen fünf Jahren am besten abgeschnittenen Fonds, die in Deutschland domiziliert sind. Einmal nach der reinen Performance und einmal nach Risiko (Sharpe Ratio) sortiert.

Quelle: @cri
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot