Fonds

Gesetzgeber nimmt Fondsbranche an die Kandare

20.11.2003
, 13:49
Das amerikanische Repräsentantenhaus hat eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die sich gegen die Mißstände in der Fondsbranche richtet. Generalstaatsanwalt Spitzer bezeichnt die Vorlage teilweise als "lächerlich".
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Das amerikanische Repräsentantenhaus hat am Mittwoch eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die sich gegen die Mißbräuche in der sieben Milliarden Dollar schweren Fondsbranche des Landes richtet. Es ist die erste Maßnahme des Gesetzgebers gegen Missstände wie Markttiming und nachbörslichen Handel bei Investmentfonds.

Künftig sollen die Investmentfonds unabhängige Compliance-Beauftragte ernennen, die Gebühren deutlicher ausweisen und andere Maßnahmen zum Schutz der Anleger ergreifen. Des weiteren müssen zwei Drittel der Aufsichtsratsmitglieder bei den Fonds unabhängig von der Fondsverwaltung sein. Bisher galt das nur für die Mehrheit. Fonds dürften außerdem für kurzfristige Handelsgeschäfte eine Gebühr von mehr als zwei Prozent verlangen.

Weitergehende Regulierung zu erwarten

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"Wir im Kongress haben die Verpflichtung einen fairen, ausgeglichenen und funktionierenden Markt zu gewährleisten. Schließlich besitzen 95 Millionen Amerikaner, also die Hälfte aller Haushalte, Investmentfonds," konstatiert der Republikaner Richard Baker, der die Gesetzesvorlage vorangetrieben hat.

Der Gesetzentwurf wurde mit 418 zu zwei Stimmen angenommen. Aber damit seien die Untersuchungen in der Investmentfondsbranche nicht zu Ende, sagten Abgeordnete. Sie dürften weitere Schritte zur Regulierung der Branche ergreifen. "Ich würde denjenigen zustimmen, die sagen, daß wir vielleicht noch nicht weit genug gegangen sind," erklärte Baker. Aber seiner Meinung nach sei es wichtig gewesen, jetzt etwas zu tun, "damit die Verbraucher wissen, dass der Kongress handelt."

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Nach der Gesetzesvorlage des Repräsentantenhauses wird es verboten, dass Hedgefonds und Investmentfonds von ein und derselben Person verwaltet werden. Personen, die mit einem Fonds in Verbindung stehen, dürfen laut Gesetzentwurf keine kurzfristigen Handelsgeschäfte betreiben.

Spitzer kritisiert Vorlage

Die Broker müssen offen legen, ob sie einen finanziellen Anreiz für den Vertrieb eines bestimmten Fonds erhalten. Die Fondsmanager müssen die Positionen der Fonds, die sie verwalten, aufführen. Außerdem müssen die Fonds veröffentlichen, wie sie ihre Stimmrechte in Hauptversammlungen wahrnehmen.

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Die Wertpapieraufsichtsbehörde SEC soll eine interne Untersuchung über ihre Kontrolle der Fondsbranche durchführen und die Ergebnisse dem Kongress vorlegen. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer bemängelte die Gesetzesvorlage. Die Debatte über die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder "ist lächerlich", kritisierte er. "Das ist ganz egal. Uns wird das Geld aus der Tasche gezogen. Da ist ein riesiger Sumpf, und in der Öffentlichkeit herrscht die Meinung vor: Diese Typen haben es nicht kapiert."

Quelle: Bloomberg
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