Fonds

Große Fonds rennen in Performanceprobleme

03.11.2003
, 08:18
Kleine Fonds sind zu teuer, heißt es immer wieder. Aber wie sieht es aus mit Großen? Sie stoßen bald an Grenzen, da die Zahl der „guten Anlagemöglichkeiten“ begrenzt ist.
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Die Fondsbranche stehe vor einer Flurbereinigung. Denn es gebe zu viele kleine Fonds, die zu teuer seien, heißt es hin und wieder. Das mag stimmen. Wer allerdings daraus den Schluß zieht, ein Fonds sei um so erfolgreicher und günstiger, je größer er sei, der befindet sich auf dem Holzweg.

Denn wenn Fonds zu groß werden, dann stoßen sie immer mehr an ihre Grenzen. Das gilt insbesondere für Nischenfonds, die sich auf bestimmte Märkte oder Strategien konzentrieren. Das ist auch der Grund dafür, daß manche Hedgefonds irgendwann keine Gelder mehr annehmen. Denn wenn sie die nicht zügig in ihrem Spezialgebiet platzieren können, dann leidet ihre Rendite. Aber genau von der Leben sie, da die Fondsmanager in der Regel nur dann gutes Geld verdienen, wenn sie den Markt in jeder Lage schlagen oder besser, wenn das Ertrags- Risikoprofil besonders günstig ist.

Große Fondsgesellschaften nehmen was kommt ...

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Anders sieht es dagegen aus mit den „herkömmlichen Fonds“ der aus der Werbung bekannten Gesellschaften. Je mehr Mittel ihnen zufließen, desto mehr verdienen sie. In der Regel erhalten sie jährlich einen bestimmten Anteil des verwalteten Vermögens als Vergütung. Und zwar unabhängig davon, ob sie den Markt schlagen oder nicht. Sie nehmen jeden Euro an, weil sie auf diese Weise bei relativ fixen Kosten immer mehr verdienen. Dabei sind manche der Riesen schlicht und einfach nicht mehr in der Lage, den Markt zu übertreffen. Denn sie sind der Markt und Gefangene ihrer Größe.

Wenn einem Fonds neue Mittel zufließen, so hat der Fondsmanager drei Möglichkeiten. Entweder er kauft weitere Wertpapiere jener Sorte, die er schon im Depot hat, weil die sich seiner Meinung nach besser als der Markt schlagen werden. Oder er fügt andere Wertpapiere hinzu - oder er macht beides. Sobald er aber weitere Aktien zu seinem Depot hinzufügt, „verwässert“ er gewißermaßen den Erfolg seiner ursprünglichen „Ideen“. Es sind Aktien „zweiter Wahl“, da sie geringere Renditeaussichten haben.

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... obwohl sie bald an Grenzen stoßen ...

Und das ist nicht alles. Große Fonds können einmal ausgewählte Aktien nicht auf einen Schlag kaufen, da das Handelsvolumen eines einzelnen Tages in der Regel nicht groß genug ist. Je mehr Aktien nun ein Manager kaufen muß, desto länger dauert es. Aus fünf Tagen werden plötzlich 20 Tage oder mehr, bis das Geschäft abgewickelt ist. Das erhöht nicht nur die Transaktionskosten, sondern andere Marktteilnehmer werden auf die Aktion aufmerksam oder „entdecken“ die Aktie zwischenzeitlich ebenfalls und treiben den Preis nach oben. Das reduziert die mögliche Performance beträchtlich.

Das muß nicht nur für einzelne Aktien gelten, sondern auch für kleinere Finanzmärkte mit relativ geringer Liquidität. Angenommen ein Investmentunternehmen wäre der Meinung, der österreichische Finanzmarkt sei im internationalen Vergleich besonders günstig, dann stößt es relativ schnell an Grenzen. Das bedeutet im Endeffekt, der Fondsmanager kann nur eine beschränkte Summe in diesen Markt investieren oder er „zerstört“ seine „beste Idee,“ indem er die Preise hochtreibt.

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... die nicht gezogen werden

Auf dieser Basis ist es ein wenig verwunderlich, daß Investmentgesellschaften die Größe ihrer Fonds nicht öfter beschränken. Das dürfte damit zusammenhängen, daß das Geschäft zwei Seiten hat. Die der Anlageseite, bei der die erzielbare „Überrendite“ eines Fonds allein auf Grund der Größe früher oder später zur Illusion wird. Und die Marketingseite. Hier kann es durch Markenbildung zu Skaleneffekten, also Kostenvorteilen, kommen.

Allerdings auch mit Grenzen. Denn sobald sich herumspricht, daß sich Anleger unter Mottos wie „mein Auto, mein Haus, mein Boot“ eine gehörige Portion heiße Luft ins Depot gelegt haben, dürften sich auch hier Grenzen zeigen. Denn Suggestivwerbung wirkt dann nicht mehr, wenn sie durch die Realität „enttarnt“ worden ist. Anleger werden dann auf günstigere Indexfonds oder Produkte ausweichen, die bei vergleichbaren Kosten „echten Mehrwert“ bieten. Denn wozu benötigt man einen teuren Fondsmanager, wenn er auf Grund der Fakten eigentlich überflüssig ist?

Quelle: @cri
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