Fonds

Hedge Fonds schlagen sich besser als der Markt

17.09.2004
, 12:23
Anleger erwarten von Hedge Fonds oft wahre Wunder. Dabei legen sie nicht selten die falschen Maßstäbe an. Risikobereinigt schneiden sie im Durchschnitt wesentlich besser ab, als der durchschnittliche Standardfonds.

Hedge Fonds sind immer schnell für eine Schlagzeile gut. Sind die früher eher berühmten und berüchtigten Produkte nun seit kurzem zumindest in der eingeschränkten Form von Dachfonds auch in Deutschland zugelassen, so ist aktuell die Neigung groß, sich über die enttäuschende Nachfrage und auch Wertentwicklung zu beklagen.

Dabei wurden sie zumindest auf dem Höhepunkt der jüngsten Baissephase nicht selten noch als die ultimative Anlageform schlechthin gefeiert. Denn die Manager von Hedge Fonds seien angeblich in der Lage, in jeder Marktphase gutes Geld zu verdienen. Oft werden solche Schlagzeilen allerdings schnell von Agenturen oder Zeitschriften aus dem Hut gezaubert, da ein gewisses Interesse der Leserschaft gewährleistet zu sein scheint. Zumindest dann, wenn die Wortwahl entsprechend spektakulär ist.

Hedge Fonds weisen alternatives Risikoprofil auf ...

Allerdings sind spektakuläre Formulierungen in der Regel nicht sonderlich objektiv und auch nicht sonderlich fundiert. Denn wer sich mit der Materie genauer beschäftigt, der weiß, daß Hedge Fonds zum Teil völlig unterschiedliche Strategien verfolgen, die sich in unterschiedlichen Phasen an den Finanzmärkten unterschiedlich schlagen.

Viele sind nicht darauf ausgerichtet, irgendwelche Vergleichindizes zu übertreffen. Schon gar nicht kurzfristig. Oft geht es darum, mittel- und langfristig eine positive Wertentwicklung zu erzielen und vor allem Verluste zu vermeiden. Aus diesem Grund weisen viele Hedge Fonds ein besseres Risikoprofil auf als normale Aktienfonds. Das zeigt sich an der so genannten Sharpe Ratio. Sie zeigt die Rendite eines Fonds bereinigt um das eingegangene Risiko in Form der Standardabweichung.

Gemessen an diesem Maßstab schnitten in den vergangenen Jahren nicht nur Anleihefonds im direkten Vergleich mit konventionellen Aktienfonds gut ab. Sondern auch die meisten Hedge-Fonds-Strategien. Mit einer Sharpe Ratio von zwei, also einer deutlich positiven Rendite nach Risiko, liegen marktneutrale Strategien mit Blick auf die vergangenen vier Jahre Welten vor durchschnittlichen Aktienfonds.

... und schlagen risikobereinigt den Markt deutlich

Natürlich gibt es immer wieder Strategien, die zeitweise nicht gut laufen. Das gilt aktuell für die ganzen Futures-Programmhändler - was in den vergangenen Wochen zum Teil genüßlich gemeldet wurde. Sie blicken nach einer Analyse der Van Hedge Fund Advisors International im laufenden Jahr auf ein Minus von 4,7 Prozent zurück. Auch Hedge Fonds, die aggressiv auf Wachstumswerte setzen, konnten in den vergangenen Monaten nicht gerade glänzen. Dagegen konnten sich Spezialisten, die sich mit Unternehmen in wirtschaftliche schwieriger Lage beschäftigen bisher exzellent schlagen und im laufenden Jahr ein Plus von 9,1 Prozent erzielen. Das ist deutlich mehr, als jeder der bekannteren Indizes.

Aus diesem Grund dürfte es wichtig sein, daß Anleger die Hedge-Fonds-Strategien genau kennen. Denn nur dann können sie einschätzen, wie groß die Risiken und Chancen sind, die sie bei einer Anlage bei einem seriösen Manager eingehen. Nur dann werden sie die Lage objektiv einschätzen können und Enttäuschungen auf Grund übertriebener Erwartungen vermeiden.

Bei der Auswahl der richtigen Dach-Hedge-Fonds sollten sie Wert auf erfahrene Manager legen. Denn nur sie werden tendentiell in der Lage sein, in der entsprechenden Marktphase den Einzel-Hedge-Fonds mit der jeweils richtigen Strategie ins Depot zu legen.

Quelle: @cri
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot