Fonds

Kapitalzufluß von 15 Milliarden Dollar bei Rohstoff-Fonds seit Juni

05.12.2005
, 12:53
Investmentfonds, die Rohstoffindizes abbilden, konnten in den vergangenen Monaten einen deutlichen Kapitalzustrom verbuchen. Anleger setzen auf Rohstoffe als Alternative zu Aktien und Anleihen und als Absicherung gegen die Inflation.

Investmentfonds, die Rohstoffindizes abbilden, konnten in den vergangenen fünf Monaten einen Kapitalzustrom von 15 Milliarden Dollar verbuchen. Anleger bevorzugen Rohstoffe als Alternative zu Aktien und Anleihen und als Absicherung gegen die Inflation.

Rohstoff-Indexfonds, wie beispielsweise der Goldman Sachs Commodity Index Total Return Fund, wiesen insgesamt ein Anlagevolumen von 65 Milliarden Dollar auf, gegenüber 50 Milliarden Dollar im Juni. Dies teilte Philip Kemke, Associate Director von Barclays Capital in Singapur mit. Bis 2010 dürften die Rohstoffinvestments auf ein Gesamtanlagevolumen von 140 Milliarden Dollar anschwellen, hatten die Analysten von Morgan Stanley am 29. November mitgeteilt.

Rekordpreise bei Kupfer, Öl und Eisenerz

Kupfer, Öl und Eisenerz erreichten 2005 Rekordpreise, unter anderem aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage aus China, die zu bedienen BHP Billiton und andere Bergbauunternehmen konkurrieren. Der Goldman Sachs Commodity Index Total Return Fund verzeichnete einen Wertzuwachs von 22 Prozent in den ersten elf Monaten des Jahres, gegenüber einem Anstieg von drei Prozent des S&P 500- Index im selben Zeitraum.

„Wir beobachten eine stetig zunehmende Nachfrage aus westlichen Ländern und aus Asien, während das Angebot für die meisten Rohstoffe beschränkt ist“, sagte Kemke in einem Telefoninterview mit Bloomberg News am Freitag. „Das Aufwärtspotential bei Rohstoffen ist vorhanden. Auch die Inflation ist wieder in den Köpfen der Anleger und die traditionellen Anlagekategorien, wie Aktien und Anleihen, entwickeln sich in Zeiten der Inflation nicht so gut.“

Die amerikanischen Verbraucherpreise steigen mit einer Jahresrate von 4,9 Prozent, gegenüber 3,7 Prozent im Vorjahresvergleich, meldete das amerikanische Arbeitsministerium Mitte November. Die Verbraucherpreise erhielten Auftrieb durch den Ölpreis, der 2005 bis zu 61 Prozent nach oben schnellte. Die Inflationsentwicklung wirkt sich negativ auf den Wert von Anlagen mit festem Zinssatz, wie Anleihen, aus.

Der Goldpreis erreichte 1980 einen Rekord von 873 Dollar je Feinunze, da die amerikanischen Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent gestiegen waren. Zahlen aus den Jahren 1959 bis 2004 zeigen, daß die Rohstoffpreise an die Inflationsentwicklung gekoppelt sind, während Anleihen und Aktien eine „negative Korrelation“ aufweisen, erläuterte Richard Keary, Leiter Alternative Investments bei der BT Financial Group am Freitag in Sydney.

Rohstoffe dienen der Diversifizierung

Michael Blayney, Investmentberater bei Watson Wyatt Australia, rät Fondsmanagern, fünf Prozent ihres Investmentportfolios in Fonds anzulegen, die Rohstoffindizes abbilden. „Der wesentliche Vorteil besteht darin, daß in sehr schwachen Phasen Rohstoffe zur Diversifizierung beitragen können“, sagte Blayney am Rande der zweitägigen Konferenz „Commodity Investment World Conference“ in Sydney. „Hohe Rohstoffpreise dürften eine Inflation auslösen, dies dürfte die Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlassen, was sich wiederum negativ für Aktien und Anleihen auswirken dürfte.“

Beliebt waren bei Anlegern auch Terminkontrakte auf Kupfer und Gold, sagte Jonathan Barrat, Leiter Devisenhandel und Edelmetalle bei Tricom Futures in Sydney. Kupfer schloß an der Metallbörse London Metal Exchange (LME) am Freitag bei einem Rekordhoch von 4.384 Dollar je Tonne. Der Preis für Gold am Tagesmarkt kletterte am Montag auf ein 22-Jahreshoch von 507,13 Dollar je Feinunze.

Die Nachfrage nach Kupfer dürfte im Jahr 2006 voraussichtlich das vorhandene Angebot um 100.000 Tonnen überschreiten, teilte die schweizerische UBS am Donnerstag mit. Auch für Gold sehen die Rohstoffexperten der UBS zwischen 2005 und 2007 eine Verknappung.

„Für eine Reihe von Metallen ist bei den Lagerbeständen ein Rekordtiefstand zu beobachten“, sagte Kemke. „Das heutige Rohstoffangebot wurde vor zehn Jahren festgesetzt. Für neue Rohstoffminen, Verarbeitungsstätten und die Infrastruktur für den Transport sind jahrelange Investitionen erforderlich.“

Quelle: Bloomberg
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