Fonds-Kennzahlen

Durch „Vola“ und „Alpha“ die Fondsentwicklung im Griff

21.04.2002
, 10:00
Einige Kennziffern der Fondsanalyse vermitteln dem Anleger entscheidende Einblicke: Zum Beispiel darüber, ob sich das eingegangene Risiko auch lohnt.
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Investieren in Fonds ist immer auch mit Risiko verbunden. Doch das Wissen um das kleine Alphabet der Fondsschule, nämlich die wichtigsten Kennziffern der Fondsanalyse, macht aus performanceorientierten Renditejägern risikobewusste Investoren.

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Kenner der Sharpe Ratio wissen, ob sich die Risiken, die der Fondsmanager mit ihrem Geld eingehen will, auch tatsächlich lohnen. Auch ein Blick auf das Beta lohnt sich: Wenn es mit den Märkten wieder aufwärts geht, ziehen Fonds mit einem Beta-Faktor größer als eins schneller nach oben als der Vergleichsindex.

Kurschancen werden oft mit hoher „Vola“ bezahlt

Der am häufigsten genannte Begriff im Fondsmanagement ist sicherlich die Volatilität, von Profis kurz „Vola“ genannt. Selbst sprunghafte Kursverläufe bekommen Fondsanalysten mit dieser Kennziffer in den Griff. Sie misst die Schwankungsbreite eines Fonds: Je stärker der Fondspreis über einen bestimmten Zeitraum von seinem langfristigen Mittelwert abweicht, desto höher ist die Volatilität.

Und desto aufregender die Kursverläufe: Wer in der Vergangenheit auf internationale Technologie-, Medien- und Telekommunikationswerte setzte, musste mit einer Drei-Jahres-Vola von knapp 13 leben. Aktienfonds aus dem Euroland schwankten, bei einer Volatilität von sechs, deutlich weniger stark. Und wer auf Euro lautende Rentenpapiere besaß, für den lohnte sich bei einer Schwankungsbreite von knapp eins kaum der regelmäßige Blick auf den Kurszettel.

Sharpe Ratio setzt Risiko und Ertrag ins Verhältnis

Dennoch dürfte der Griff zu Rentenfonds nicht die attraktivste Lösung sein. Denn niedrige Volatilitäten bedeuten geringes Risiko und entsprechend magere Renditen. Immerhin einen Nobelpreisträger, nämlich den amerikanischen Finanzmathematiker William F. Sharpe, benötigte es für die Entwicklung einer aussagekräftigeren Kennziffer. Die Sharpe Ratio misst, ob die zuweilen hochriskanten Anlagestrategien auch entsprechend attraktive Erträge abwerfen.

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Zur Berechnung werden von der tatsächlichen Rendite die Zinsprozente abgezogen, die im selben Zeitraum am „risikolosen“ Geldmarkt hätten erzielt werden können. Anschließend wird das Ergebnis durch die Volatilität des Fonds geteilt. Je höher das Resultat, das vor allem beim Vergleich ähnlicher Anlagestrategien hilfreich ist, desto mehr Rendite bei gegebenem Risiko hat der Fondsmanager erzielt.

Alpha und Beta liefern wertvolle Zusatzinformationen

Wer Vola und Sharpe Ratio seiner Favoriten geprüft hat, sollte sich noch um Alpha und Beta kümmern. Dazu ist es vor allem wichtig, die Benchmark eines Fonds, also dessen Vergleichsindex zu kennen. Ist dieser beispielsweise der Dax oder der MSCI World, so besagt ein Beta von genau eins, dass die Kursänderungen des Fonds mit denen des jeweiligen Index vergleichbar sind. Liegt es darüber, ist der Fonds aggressiver aufgestellt. Bei einem Beta von 1,1 (die Kennziffer kann zwischen null und zwei variieren) dürfen Anleger damit rechnen, dass ein Indexplus von einem Prozent den Fondswert gleich um zehn Prozent steigen lässt - eine gute Sache, wenn der Aufschwung naht. Wer diesen jedoch in weiter Ferne sieht, sollte in der Defensive bleiben und ist mit einem Beta kleiner als eins besser bedient.

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Die Kennzahl Alpha schließlich zeigt, ob der Portfoliomanager ein guter Stock-Picker ist, also auf die richtigen Einzelaktien setzt. Während sich das Beta auf einen Index bezieht - der dasjenige Marktsegment repräsentiert, in dem der Fonds agiert - stellt das Alpha gewissermaßen sein Gegenstück dar: Es bemisst denjenigen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung zu erklären ist, sondern lediglich auf der gelungenen Auswahl von Aktien innerhalb dieses Marktes beruht. Aus einem positiven Alpha dürfen Anleger ohne Zögern auf ein besonders erfolgreiches Fondsmanagement schließen. Meist jedoch ist es negativ: Weit weniger als die Hälfte aller Fondsmanager schafft es, besser als der Index zu sein.

Quelle: @scom
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