Fonds-Performance

Aktienfonds in Europa liegen das zweite Quartal im Minus

01.10.2004
, 08:47
Das zweite Quartal in Folge mußten in Europa domizilierte Aktienfonds Verluste hinnehmen. Das Tabellenende zieren Fonds, die in Japan investieren, die Gewinner legen ihr Geld in Tschechien und der Türkei an.
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In Europa domizilierte Aktienfonds verzeichneten den zweiten Quartalsverlust in Folge.
Im Schnitt lag der Wertverlust in den drei Monaten bis zum 17. September bei 0,7 Prozent, belastet durch die Ölpreisrally und Zinssorgen.

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Die größten Verluste gab es bei Fonds, die in japanische Aktien investierten. Am besten schnitten Aktienfonds ab, die sich auf Schwellenländer spezialisiert haben. Anleihe- und Geldmarktfonds kamen im Schnitt auf ein Plus von 1,7 Prozent.

Der Standard & Poor's 500 Index, die europäische Benchmark DJ Stoxx 50 und der Nikkei 225 Index in Japan tun sich schwer, an die Aufwärtsbewegung vom Vorjahr anzuknüpfen. Die Investoren befürchten, daß sich der rekordhohe Ölpreis und die steigenden Fremdkapitalkosten auf die Unternehmensgewinne auswirken.

Anleger zogen Gelder ab

Von den zehn größten Aktienfonds, die insgesamt über 70 Milliarden Dollar verwalten, verloren sechs an Wert. Die schlechteste Entwicklung mit minus 2,98 Prozent wies der Fonds der in Rotterdam ansässigen Robeco NV auf, der weltweit in Aktien investiert.

Zum Stolperstein wurden ihm Engagements wie Unilever, berichtete Fondsmanager Mark Glazener. Der Aktienkurs des Lebensmittel- und Waschmittelherstellers gab in den drei Monaten elf Prozent nach.

Die Kursrückgänge bei den Aktienfonds hatten auch Einfluss auf die Kapitalströme. In Europa zogen Anleger in den sechs größten Märkten per Saldo im Juli 1,05 Milliarden Euro aus Aktienfonds ab.

Schlußlichter investierten in Japan, die Gewinner in Tschechien und der Türkei

Drei der fünf Schlußlichter bei den Fonds setzten auf japanische Aktien. Der Nikkei 225 und der Topix Index waren auf Dollar-Basis die zwei Indizes mit der schlechtesten Performance in dem Quartal. „Die großen Börsen waren enttäuschend," sagte Ian Beattie, Anlageberater bei Watson Wyatt LLP in Edinburgh. „Die Anleger mußten sich umschauen, wo sie sonst noch Geld machen konnten."

Unter den erfolgreichsten Fonds waren Portfolios, die in Tschechien und der Türkei investieren. Beide Indizes rangierten unter den ersten zehn. Der Spitzenreiter in Europa was der Czech Equity Fund von ING Groep NV, der 25 Prozent zulegte. Der drittbeste Fonds war der Turkei 75 Plus von IP Concept SA, der sich auf die Türkei spezialisiert hat und 18 Prozent gewann. Der türkische Aktienindex National 100 ist seit Jahresbeginn 20 Prozent gestiegen, nachdem das Wirtschaftswachstum an Fahrt gewinnt und das Land sich auf Beitrittsverhandlungen mit der EU vorbereitet.

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Die fünftbeste Wertentwicklung bot in diesem Quartal der Latin American Equity Fund von F&C Management Ltd. Er verzeichnete ein Plus von 17 Prozent, nachdem er Positionen in Brasilien aufstockte und Engagements in Argentinien reduzierte, berichtet Fondsmanager Jasper Crone. Der Bovespa-Index der Börse Rio de Janeiro hat in den drei Monaten die viertbeste Performance hingelegt, er kam auf einen Ertrag von 17 Prozent auf Dollar- Basis.

Am schlechtesten schnitt der Sicav Timing Fund von HPM Portfolio Management ab, er büßte in drei Monaten 21 Prozent ein. Den zweit- und drittletzten Platz belegten zwei Invesco-Fonds, der Nippon Enterprise Fund und der Japan Enterprise Fund, sie verloren jeweils 20 Prozent.

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Quelle: Bloomberg
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