Fonds-Performance

Mischfonds finden sich zwischen allen Stühlen wieder

26.08.2004
, 11:32
Mischfonds bewegen sich derzeit in einem für sie schwierigen Umfeld. Fehlende Trends bei Aktien und Anleihen drücken nicht nur auf die Wertentwicklung, sondern bremsen auch den Absatz.
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Mischfonds leben derzeit in der schlechtesten aller Welten. Theoretisch sind sie gegenüber reinen Aktien- oder Rentenfonds im Vorteil, weil sie in beide Anlageklassen gleichzeitig investieren können. Dies verspricht eine gewisse Risikostreuung bei einem ausgewogenen Wertpapierportfolio: Fallen die Aktienkurse, steigt der Kurs der Rentenpapiere und umgekehrt. Die Kunst der Fondsmanager besteht darin, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, um eine der beiden Seiten überzugewichten und damit ihren Anlegern einen stabilen Ertrag zu erwirtschaften.

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Soweit die Theorie - doch seit Monaten sind die Aktienmärkte in einer Seitwärtsbewegung mit fallender Tendenz gefangen. Die Rentenmärkte wiederum fangen die Abschläge kaum auf, weil am Horizont das Gespenst der Zinswende grüßt. Die Mischfonds finden sich nun zwischen allen Stühlen wieder - mit unmittelbaren Folgen für die Wertentwicklung.

Lediglich die drei besten Produkte können mit Blick auf die Rangliste für mittelfristig orientierte Fondssparer mit einer mittleren Risikoneigung über die vergangenen drei Jahre eine Rendite aufweisen, der über der sicheren Geldmarktanlage liegt. Dabei lebt der drittplazierte PEH-Empire auch noch von den Lorbeeren der Vergangenheit. Hinter den vergangenen sechs Monaten steht ein überdurchschnittlich hohes Minus von 7,2 Prozent.

Enttäuschende Wertentwicklung läßt Neugeschäft mit Mischfonds nicht unberührt

Im Vergleich zu Mischfonds sieht es selbst bei reinen Aktienfonds, die bis Frühjahr 2003 mit einer schmerzhaften Baisse zu kämpfen hatten, besser aus. Die enttäuschende Wertentwicklung läßt deshalb das Neugeschäft mit Mischfonds nicht unberührt. Nach der jüngsten Absatzstatistik des Branchenverbandes BVI zogen die Anleger in den vergangenen beiden Monaten netto rund 300 Millionen Euro aus diesen Produkten ab.

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Noch lassen aber die Zuflüsse vom Jahresanfang das Bild für das Gesamtjahr freundlich erscheinen. Unter dem Strich stehen derzeit noch Nettomittelzuflüsse von Januar bis Juli in der Größenordnung von 755 Millionen Euro, was nach dem Tiefpunkt im vergangenen Jahr mit 51 Millionen Euro im gleichen Zeitraum erfreulich aussieht. Mit Blick auf die Jahre 2000 und 2001 mit Zuflüssen von 4,3 beziehungsweise 1,6 Milliarden Euro relativiert sich dies aber wieder.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2004, Nr. 198 / Seite 18
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