Fonds-Rückblick

Gold-Fonds führen Liste der Verlierer an

02.04.2003
, 16:19
Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt, sagt der Volksmund. Mit Blick auf amerikanische Aktienfonds stimmte dies im ersten Quartal genau. Am besten schnitten Technologie-Produkte ab - Gold-Fonds am schlechtesten.
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Amerikanische Aktienfonds haben in den ersten drei Monaten des Jahres an Wert verloren. Damit hat es zum dritten Mal innerhalb der vergangenen vier Quartale Kursverluste gegeben. Die größten Abschläge haben Gold-Fonds hinnehmen müssen, die sich in den vergangenen beiden Jahren am besten entwickelt hatten.

Der Ausblick auf den Aktienmarkt läuft weiter auf einen Bärenmarkt mit fallenden Kursen hinaus. Denn Konsumenten und Unternehmen halten sich aus Sorge um die Folgen des Irakkriegs mit Ausgaben zurück, wie Fondsmanager sagen.

Gold-Fonds die größten Verlierer

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Fonds, die in von Gold geprägten Unternehmen investiert sind, haben ein Minus von 11.7 Prozent hinnehmen müssen, weil die Goldpreise von einem Sechsjahreshoch gefallen sind. Anleger sind mit Fonds, die in Titeln aus der Gesundheits- und Biotechnologiebranche investieren, angesichts eines Gewinns von 1,2 Prozent deutlich besser gefahren. Immobilienfonds legten um 1,1 Prozent zu, Fonds mit Technologieaktien verbesserten sich um 0,3 Prozent.

„Ich denke, die guten Tage des Goldes sind vorüber“, wird Don Cassidy als Analyst bei Lipper von Bloomberg zitiert. „Die Preise verzeichneten ihre Spitze mitten im Vierteljahr und sind danach kollabiert.“

Ausblick läuft auf weiteren Bärenmarkt hinaus

Amerikanische Aktienfonds, die Papiere aus verschiendenen Branchen im Portfolio haben, sind im Durchschnitt um 3,3 Prozent gefallen, während Fonds, die weltweit in Aktien investieren, um 6,1 Prozent nachgegeben haben, da Märkte im vierten aufeinander folgenden Jahr taumelten. Fidelity Magellan, der größte aktiv gemanagte Aktienfonds Amerikas, rutschte um 2,9 Prozent ab, der Pimco Total Return Fund verbesserte sich dagegen um 1,7 Prozent.

Der Amerindo Technology Fund stieg im Wert um 28,5 Prozent und verzeichnete damit die beste Wertentwicklung aller 13.000 Portfolios, die von Lipper beobachtet werden. Er wurde vor allem von Kursgewinnen beim Online-Auktionshaus Ebay angetrieben, dessen Aktien sich um 25 Prozent verbesserten, und von den Papieren des Internet-Reiseunternehmens Expedia, die um 54 Prozent kletterten. Dieser Fonds hat erstmals nach drei Jahren voller Verluste wieder hinzugewonnen. Der schlechteste Fonds mit minus 29 Prozent war der Perkins Opportunity Fund.

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„Eine Erholung, die nicht kommen wird“

„Es wird eine Erholung erwartet, die nicht eintreten wird“, meint Russ Koesterich, Aktienstratege für Nordamerika bei State Street. „Es gab eine Vorhersage, nach der wir aus dem Gröbsten heraus seien, aber wenn ich mir die wirtschaftlichen Daten ansehe, werde ich depressiv. Die Leute schrauben ihre ökonomischen Erwartungen herunter, und die lässt die Gewinnschätzungen sinken“, fügte er hinzu.

Im ersten Quartal ist der Fidelity Select Gold Fund um 14 Prozent gefallen. Das hat Folgen gezeitigt: Neil Marotta, der diesen Fonds managte, hat Fidelity im Februar verlassen. Der First Eagle SoGen Gold Fund hat um 9,9 Prozent nachgegeben, nachdem er im vergangenen Jahr noch um 105 Prozent zugelegt hatte.

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Wachstumsfonds, die in Aktien von Unternehmen mit mutmaßlich steigenden Gewinnen investieren, haben sogenannte Wertfonds geschlagen, die auf Papiere von Firmen setzen, die gemessen am Profit und anderen Finanzdaten günstig bewertet erscheinen. Auf Großunternehmen ausgerichtete Wachstumsfonds verbesserten sich um 1,1 Prozent, entsprechende Wertfonds gaben um 5,1 Prozent nach.

Biotech- und Internettitel wieder stärker gefragt

„Investoren beginnen, sich wieder mehr auf wachstumsorientierte Sektoren zu besinnen“, sagte Michael Sapir, Chef von ProFund Advisors, dessen Profunds UltraOTC um 3,7 Prozent gestiegen ist und 97 Prozent aller Konkurrenzprodukte im jüngsten Quartal ausgestochen hat. Nachdem Investoren im vergangenen Jahr vor allem auf defensive Sektoren wie Immobilien und Gold gesetzt hätten, interessierten sie sich nun vermehrt vor allem für Biotechnologie- sowie für Internet- und Mobilfunktitel. So konnte sich der ProFunds Biotechnology UltraSector Fund um elf Prozent verbessern, im vergangenen Jahr hatte er noch mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

Internationale Fonds zählten im ersten Quartal zu den größten Verlierern, angeführt von europäischen Fonds, die im Schnitt neun Prozent verloren. Unter elf Fondskategorien waren nur jene erfolgreich, die in China-Aktien investiert sind, so Lipper. Zu den Fonds mit der besten Wertentwicklung zählte der Dreyfus Premier Greater China Fund, der um 5,5 Prozent zulegte.

Quelle: Bloomberg/Übersetzung: @thwi
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