Fonds

SEC will Anleger besser über Fondsgebühren informieren

11.06.2003
, 14:27
Die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde SEC kämpft auch im Fondsbereich um mehr Transparenz. Derzeit bemüht sie sich für mehr Klarheit bei der Offenlegung von Fondsgebühren.
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Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC erwägt, neue Vorschriften einzuführen, um sicherzustellen, daß Fondsanleger sich der Kosten ihrer Investments bewußt sind.

„Uns bereitet weiterhin erhebliche Sorgen, in welchem Maße Anleger die Gebühren und Kosten von Fonds verstehen", hieß es in einem Bericht der SEC an Richard Baker, dem Vorsitzenden des Unterausschusses Kapitalmärkte im US- Repräsentantenhaus.

Anleger verstehen oft die Kosten nicht

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In dem Bericht warnt die SEC, daß keine Klarheit über die Transaktionskosten für Wertpapierkäufe und -verkäufe der Fonds herrsche, weil es keine allgemein akzeptierte Formel für ihre Berechnung gibt. Die Mitarbeiter der SEC dürften dem Bericht zufolge dem Kongreßausschuß empfehlen, Vorschläge der Öffentlichkeit zu diesem Thema einzuholen.

„Es ist nicht klar, daß die Gesamtkosten für den Besitz von Fondsanteilen gestiegen sind", so der Bericht. Umfragen zeigen jedoch, daß Anleger nicht verstehen, welche Kosten sie zahlen, darunter die Gebühren für das Fondsmanagement und Werbung, die nicht separat aufgeführt, sondern vom Fondsvermögen abgezogen werden.

Diskussion über Offenlegung der Fondsmanager-Gehälter

Die SEC erwägt außerdem, die Regeln hinsichtlich sogenannter "Soft Dollar"-Arrangements zu ändern. Bei diesen Arrangements leiten Fondsmanager Kauf- und Verkaufsaufträge an bestimmte Broker weiter, von denen sie im Gegenzug Analysen und andere Dienstleistungen erhalten. Finanzberater dürften versucht sein, einen Broker aufgrund der gebotenen Dienstleistungen auszusuchen anstatt des besten Preises, hieß es im SEC-Bericht.

Der Unterausschußvorsitzende Baker bat die SEC auch, in ihrem Bericht darauf einzugehen, ob Investmentfonds die Gehälter der Portfoliomanager offen legen sollten und ob die Fonds den Kunden versprochene Rabatte gewähren. Die Offenlegung der Vergütung stößt nach Einschätzung der SEC auf "praktische Probleme", da viele Fonds von einem Team und nicht einem einzelnen Fondsmanager verwaltet werden. Eine Veröffentlichung der Gehälter aller Teammitglieder dürfte die Berichte lang und kompliziert machen, so die SEC.

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Broker sollen Rabatte an die Fonds weitergeben

Anleger dürften eher profitieren, wenn Fonds bekannt geben, ob die Vergütung der Fondsmanager auf der kurz- oder langfristigen Performance des Fonds basiert. Die Anleger könnten dann erkennen, ob der Fonds darauf ausgelegt ist, den Ertrag über einen kurzen oder langen Zeitraum zu maximieren. Ebenso könnten Fonds offen legen, ob die Vergütung auf dem Ertrag vor oder nach Steuern basiert. Auf diese Weise könnte ein Anleger entscheiden, ob der Fonds für ein sofort steuerpflichtiges Investment geeignet ist oder ein Investment mit verschobener Steuerpflicht, heißt es in dem Bericht.

Hinsichtlich der Rabatte für umfangreiche Käufe sind die SEC, der Wertpapierhandelsverband NASD und die New York Stock Exchange zu dem Ergebnis gekommen sind, daß Broker fällige Rabatte nicht an die Kunden weitergeben. Daher empfiehlt die SEC in ihrem Bericht, daß die Aufsichtsräte der Fondsgesellschaften sicher stellen, daß ihre Broker angemessene Vorkehrungen treffen, um zu gewährleisten, daß Investoren die ihnen zustehenden Rabatte erhalten.

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Definition unabhängiger Aufsichtsratsmitglider soll verfeinert werden

In dem Bericht schlägt die SEC vor, daß der Kongreß ihr die Vollmacht erteilt, die Definition unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder zu verfeinern. So kann beispielsweise eine ehemalige Führungskraft einer Fondsgesellschaft zwei Jahre nach dem Ausscheiden als unabhängiges Aufsichtsratsmitglied berufen werden. Außerdem werden Verwandte von Fondsmanagern als unabhängig betrachtet, solange keine Verwandtschaft ersten Grades besteht.

Darüber hinaus kritisiert die SEC, daß Fondswerbung irreführend sein dürfte, wenn sie Zeiträume herausstellt, die nicht die historische Performance der Fonds wiederspiegelt. Im letzten Jahr hat die Aufsichtsbehörde Verbesserungen der Vorschriften für Fondswerbung vorgeschlagen. Diese erfordern eine bessere Offenlegung und ausgewogene Informationen insbesondere über die Performance in der Vergangenheit.

Quelle: Bloomberg
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