Fonds-Skandal

Alliance entläßt Manager im Zuge der Ermittlungen

10.11.2003
, 17:20
Nach der Fondsgesellschaft Putnam hat auch der Branchenriese Alliance auf Ermittlungen infolge des Fonds-Skandals in Amerika reagiert und zwei Spitzenkräfte gefeuert.
ANZEIGE

Alliance Capital Management Holding LP, die größte börsenotierte Fondsgesellschaft Amerikas, steht im Visier der Aufsichtbehörden und hat am Montag zwei leitende Manager gefeuert. John Carifa, Präsident und für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand, und Michael Laughlin, Vorsitzender des Fondsvertriebs, wurden vor die Tür gesetzt. Die amerikanischen Aufsichtsbehörden ermitteln derzeit gegen Alliance wegen des Verdachts auf unzulässige Handelspraktiken mit Fondsanteilen.

Der Vorstandsvorsitzende Lewis Sanders begründete den Schritt damit, daß die beiden Manager "regelwidrige kurzfristige Transaktionen zugelassen haben". Alliance ist eine Tochter des französischen Finanzdienstleisters AXA und verwaltet ein Anlagekapital von rund 440 Millarden Dollar.

Alliance folgt Beispiel von Putnam

ANZEIGE

Mit Carifa und Laughlin rollen nun das zweite Mal hochkarätige Köpfe, seit der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer seine Ermittlungen gegen die Fondsgesellschaften am 3. September begonnen hat. Erst vergangene Woche wurde der Vorstandsvorsitzende von Putnam Investments, Lawrence Lasser, geschaßt. Er hatte die Fondsgesellschaft 18 Jahre lang geleitet. Die amerikanischen Fondsgesellschaften verwalten sieben Billionen Dollar an Ersparnissen und Altersrücklagen von über 95 Millionen Amerikanern.

Spitzer führt die Ermittlungen gegen Fondsgesellschaften an. Ihnen wird vorgeworfen, bestimmten Kunden - insbesondere Hedge Fonds - spezielle Handelsprivilegien zu gewähren. Über den kurzfristigen Kauf und Verkauf von Fondsanteilen sollen diese bevorzugten Kunden die langfristig orientierten Anleger der Fondsgesellschaften um geschätzte fünf Milliarden Dollar geprellt haben.

ANZEIGE

Aufsichtsbehörde hat Ermittlungen ausgeweitet

Die Börsenaufsichtsbehörde SEC hat die Ermittlungen des Staatsanwalts ausgeweitet und untersucht nun auch, ob Fondsgesellschaften Aktien, die erstmals an der Börse notiert werden und besonders begehrt sind, in die Portfolios ihrer Hedge Fonds verbucht haben und Fonds mit geringeren Verwaltungsgebühren benachteiligt haben.

"Es ist sehr wahrscheinlich, daß auf Alliance Sanktionen und Strafzahlungen zukommen", erklärte Unternehmenschef Sanders in seiner Mitteilung. Sein Unternehmen plane, Anleger, die durch unsaubere Handelspraktiken benachteiligt wurden, zu entschädigen.
Gerald Lieberman, der in den neunziger Jahren bei Fidelity Investments und Citicorp gearbeitet hatte, wird Carifa als für das Tagesgeschäft zuständigen Vorstand ersetzen. Marc Mayer, derzeit Leiter des Vertriebs für institutionelle Investoren, wird Laughlin ersetzen.

ANZEIGE

Carifa war seit 1971 bei Alliance beschäftigt und bekleidete seit über zehn Jahren seine Posten als Präsident und Leiter des Tagesgeschäfts. Er erhielt 2002 ein Grundgehalt von 2,3 Millionen Dollar. Laut einer Börsenmitteilung des Unternehmens erhielt er 2000 ein Grundgehalt von 275.000 Dollar, einen Bonus über 9,6 Millionen Dollar und weitere Vergütungen im Wert von 2,5 Millionen Dollar. Laughlin kam 1987 zu Alliance und war seit März Mitglied im geschäftsführenden Komitee des Vorstands.

Quelle: Bloomberg
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Tarifportal
Strom-Vergleich: Sparen mit günstigem Strompreis
Kapitalanlage
Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Hypothekenrechner
Jetzt Zinsen vergleichen
Englischkurs
Verbessern Sie Ihr Englisch
ANZEIGE