Fondsgebühren

Fonds mit geringen Gebühren sind die besseren Fonds

12.06.2003
, 09:16
Eine Untersuchung des Finanzdienstleisters Standard & Poor´s für den amerikanischen Markt beweist es: Fonds mit einer geringen Gebührenquote schneiden im Schnitt besser ab als ihre teureren Konkurrenten.

Der amerikanische Finanzdienstleister Standard & Poor´s (S&P) hat sich die Wertentwicklung und die Kostenstruktur amerikanischer Fonds näher betrachtet und ist dabei zu interessanten Ergebnissen gelangt. Als Resultat der Studie ergab sich nämlich, daß Fonds mit einer niedrigen Kostenstruktur im Schnitt besser abschneiden als ihre teureren Konkurenten.

Zumindest haben bei dem Vergleich acht der neun untersuchten Fondsanlagekategorien ein entsprechendes Ergebnis geliefert - und zwar sowohl über einen Ein-, Fünf- und Zehnjahres-Zeitraum. Am gravierensten fällt der Unterschied in der Kategorie Small-Cap Growth Fund aus. Da brachten es Fonds mit einer unterdurchschnittlichen Gebührenhöhe im Zehnjahresvergleich auf ein Plus von jährlich 7,49 Prozent, während Fonds mit einer im Schnitt hohen Gebührenstruktur nur ein Plus von 2,44 Prozent einfuhren.

Eine Ausnahme im Rahmen der Untersuchung bildete nur der so genannte Mid-Cap Blend Investment Style. Denn hier schnitten die teureren Fonds im Zahnjahresvergleich mit plus 10,37 Prozent p.a. etwas besser ab als die gebührengünstigeren Fonds mit plus 9,33 Prozent p.a..

Höhe der Fondsgebühren findet mehr und mehr Beachtung

Die Studie zeigt somit, daß ein teures Produkt nicht gleichzeitig ein gutes Produkt sein muß. Bestätigt sich das Resultat, dann dürfte davon weiterer Druck auf die Gebührengestaltung bei den Fonds ausgehen. Schon seit einiger Zeit blicken die Anleger auf der Kostenseite genauer hin, nachdem es seit Beginn des Bärenmarkte auf jeden Prozentpunkt an Performance ankommt.

Als Maßstab für die Höhe der Gebühren setzt sich dabei mehr und mehr die Totel Expense Ratio (TER) durch. Darunter wird allgemein das Verhältnis bestimmter Kosten der jährlichen Fondsverwaltung zum Vermögen eines Fonds verstanden. Eine hohe Expense Ratio bedeutet also, daß eine Fondsgesellschaft relativ viel für die Verwaltung des Fonds, für Depotgebühren, Prospekte, Berater und Controller ausgibt. Dies kann sinnvoll sein, aber auch auf Verschwendung hinweisen.

Gebühren gewinnen in schwierigen Börsenphasen an Bedeutung

Obwohl sich der Fokus zuletzt mehr auf die Gebühren richtete, fällt es Anlegern offenbar noch immer schwer, den Durchblick zu bewahren. Das betont auch Phil Edwards, Director of Funds Research bei S&P. „Die Anleger berücksichtigen bei der Fondsauswahl die Gebühren noch immer nicht in jedem Fall. Das hat auch damit zu tun, daß die Angaben oft in Prozent gemacht werden, was teilweise schwer verständlich ist.“

Dabei rät Edwards dringend: „Anleger sollten sich stärker mit der Kostenseite beschäftigen und zwar besonders in einem Marktumfeld, das nur einstellige prozentuale Wertzuwächste verspricht. Denn in einem solchen Umfeld können die Gebühren die Erträge deutlich beschneiden.“

Quelle: @JüB
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