Fondsgesellschaften

Fonds-Skandal erfaßt auch die Amvescap-Aktie

10.11.2003
, 12:36
Im Zuge des Fonds-Skandals in Amerika droht auch Amvescap eine Klage. Die Furcht vor negativen Auswirkungen auf das operative Geschäft zieht den Kurs von Europas größten börsennotierten Fondsunternehmen nach unten.
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Der Skandal um unsaubere Geschäfte bei Investmentfonds in Amerika zieht Kreise. Presseberichten zufolge droht nun auch Amvescap Plc. in den nächsten beiden Wochen eine Anklage durch die amerikanische Aufsichtsbehörde wegen zweifelhafter Handelspraktiken ins Haus zu flattern.

Der Aktienkurs von Europas größter börsennotierter Fondsgesellschaft, 1997 hervorgegangen aus einer Fusion der Gesellschaften Invesco (Großbritannien und AIM Management Group (Amerika) brach am Montag in Reaktion auf die Meldung in der Spitze um acht Prozent ein.

Furcht vor Kapitalabzug durch die Anleger

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Inzwischen hat sich die Notiz zwar wieder etwas erholt und wird bei einem Kurs von 411 Pence nur noch um 1,56 Prozent niedriger gehandelt. Doch die Kursaussichten dürften zumindest für den Fall getrübt bleiben, daß es tatsächlich zu einer Anklage wegen Verfehlungen bei den Amvescap-Töchtern Invesco, Alliance Capital Management, Strong Capital Management und Security Trust kommt. Denn Ermittlungen dieser Art können durchaus zu einen gravierenden Imageschaden führen und das operative Geschäft negativ beeinflussen.

Marktteilnehmer wollen jedenfalls nicht ausschließen, daß die Fondsanleger dann verstärkt Gelder abziehen. Das wäre dann ein weiterer Rückschlag, nachdem die britische-amerikanische Investmentgesellschaft, die insgesamt rund 346 Milliarden Dollar verwaltet, bereits im dritten Quartal 4,3 Milliarden Dollar an verwalteten Anlagegelder verloren hat. Erklärt wurde diese vergleichsweise schwache Quartalsbilanz mit schlechten Performance-Ergebnissen einiger amerikanischer Fonds.

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Drohende Klage stellt Aktie zunächst ins Abseits

Wie die Geschäfte in Amerika laufen ist für den Aktienkurs deshalb von entscheidender Bedeutung, weil vier Fünftel der Gewinne in Amerika gemacht werden. Die sich abzeichnenden Schwierigkeiten haben bereits in der Vorwoche die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein dazu bewogen, die Gewinnschätzungen zu kürzen und die Aktie von Halten auf Verkaufen zurückzustufen. Zudem droht im schlimmsten Fall auch noch eine schlechtere Note bei der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Fitch.

Die aktuell schwierige Nachrichtenlage rund um die Fondsbranche dürfte den Titel an der Börse bis auf wetieres ins Abseits stellen. Zumal das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 17,5 auf Basis des für 2003 geschätzten Gewinns je Aktie ebenso wenig zum Kauf einlädt wie das sich ebenfalls nur neutral präsentierende Chartbild.

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Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Amvescap-Aktie.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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