Fondskosten

Fonds werden transparenter

21.03.2003
, 19:42
Immer mehr deutsche Fondsgesellschaften machen Angaben zur Gesamtkostenquote ihrer Fonds. Den Anlegern erleichtert dieses transparentere Vorgehen den Kostenvergleich.
ANZEIGE

Die deutsche Fondsbranche wird transparenter: Nach ersten Vorstößen einzelner Gesellschaften veröffentlichen nun auch die großen Wettbewerber eine allgemeine Kostenkennziffer, die Gesamtkostenquote (total expense ratio - TER).

ANZEIGE

So wird der Deutsche Investment Trust (DIT), die Kapitalanlagegesellschaft der Dresdner Bank, ab sofort die TER für alle seine Fonds ausweisen. Neben der zum 11. März erfolgten Veröffentlichung in den Rechenschaftsberichten wird der DIT die TER Ende März auch auf seinen Fondsdatenblättern (Factsheets) ausweisen, zugleich kann der Anleger eine Aufstellung der total expense ratio für alle Fonds im Internet abrufen.

Immer mehr Fonds werden auskunftsfreudiger

Auch die Union Investment, die Kapitalanlagegesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, wird voraussichtlich Ende April die TER in den Rechenschaftsberichten und den Fondsdatenblättern ausweisen und diese auch im Internet zugänglich machen.

Der Marktführer DWS wird ebenfalls im Laufe des Jahres die TER veröffentlichen, zusätzlich wird man auch eine Gesamtkostenpauschale angeben, die alle Kosten enthält, die dem Fonds belastet werden. Sollten die tatsächlichen Kosten des Fonds über der indizierten Pauschale liegen, so werden diese Mehrkosten nicht dem Fonds angelastet.

Für die Luxemburger Fonds der DWS gilt diese Pauschale bereits. Die Deka veröffentlicht die TER bereits für alle Fonds, deren Geschäftsjahr zum 21. Dezember 2002 beendet war.

TER erleichtert den Kostenvergleich

Vereinfacht ausgedrückt berechnet man die TER, indem man die Gesamtkosten des Fonds auf dessen durchschnittliches Fondsvolumen bezieht. Das Ergebnis ist eine Prozentzahl, die zeigt, wie hoch die gesamte Kostenbelastung des Fonds ist. Diese übersteigt die in den Prospekten ausgewiesenen Verwaltungsprovisionen deutlich, denn die Verwaltungsprovision blendet die Kosten für Rechtsberatung, Druck und Veröffentlichung der Rechenschaftsberichte, Kosten für die Wirtschaftsprüfer und Steuer aus. Nicht in der TER berücksichtigt werden Maklercourtagen und weitere Kosten für den Handel.

Der Schritt der Fondsgesellschaften resultiert aus den vor kurzer Zeit verabschiedeten Wohlverhaltensrichtlinien des Branchenverbandes BVI, in denen sich die Mitgliedsgesellschaften des BVI verpflichtet hatten, die TER in Rechenschaftsberichten und Prospekten zu veröffentlichen. Zu den ersten deutschen Fondsgesellschaften, die dieser Verpflichtung nachgekommen sind, gehört die SEB Invest, ausländische Gesellschaften wie JP Morgan Fleming, Threadneedle oder Baring Asset Management veröffentlichen die TER schon länger.

ANZEIGE

„Die TER macht den Kostenvergleich der Fonds untereinander leichter", sagt Markus Rieß, Sprecher der Geschäftsführung des DIT, warnt aber zugleich vor einer Überbewertung dieser Kennziffer: Mit sinkendem Fondsvolumen steigt die TER, weil die Kosten dann auf ein kleineres Fondsvolumen bezogen werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2003, Nr. 69 / Seite 21
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE