Fondsmarkt

Exchange Traded Funds ziehen weiter Kapital an - gerade in Europa

13.10.2004
, 15:47
Exchange Traded Funds, auch börsengehandelte Fonds genannt, sind weiter bei Anlegern sehr beliebt. Im laufenden Jahr ist die Summe der verwalteten Mittel stark gestiegen, gerade in Europa. Auch das Angebot ist größer geworden.

Seit Jahresbeginn haben die wesentlichen Aktienindizes in Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten den Anlegern wenig Freude bereitet. Der Weltleitindex Dow Jones hat rund 3,2 Prozent eingebüßt, der technologielastige Nasdaq 100 etwa 2,3 Prozent, dessen deutschen Pendant TecDax sogar 7,8 Prozent. Dagegen hält sich der Dax mit einem leichten Abschlag von etwa 0,3 Prozent noch ordentlich, ebenso der Euro-Stoxx 50, der sich unter dem Strich ebenfalls kaum verändert hat. Recht gut steht der britische FTSE 100 da: Der „Footsie“ hat rund 3,4 Prozent zugelegt, doch auch nicht stark.

Entsprechend schwach ist die Wertentwicklung bei Exchange Traded Funds (ETF), die auf diese Indizes laufen oder an diesen eng ausgerichtet sind. Gleichwohl erfreuen sich ETFs rund um den Globus bei Anlegern weiter wachsender Beliebtheit - gemessen an der Summe der verwalteten Mittel und der Größe des Angebots. Dies weist eine neue Studie der Investmentbank Morgan Stanley aus. Zudem schneiden Indexprodukte, auch börsengehandelte Fonds genannt, zum Teil besser ab als übliche Investmentfonds, die von Vermögensverwaltern aktiv betreut werden, also nicht nur einen Aktien- oder Anleiheindex (fast) eins zu eins abbilden (Indexfonds schlägt fast alle gemanagten Produkte - und ist billiger).

Hinzu kommen mehrere Vorteile bei Handel und Kosten: Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktien- oder Rentenfonds werden Preise für ETFs mehrfach am Tag festgestellt. Die Exchange Traded Funds können fortlaufend gehandelt werden und nicht nur einmal am Tag, wie es bei anderen Investmentfonds üblich ist. Nicht zuletzt entfällt bei ihnen in aller Regel ein Ausgabeaufschlag, und die Verwaltungsgebühr ist niedriger.

Europäische ETFs um 29,4 Prozent schwerer als im Januar

Wie Morgan Stanley berichtet, werden derzeit 318 Exchange Traded Funds auf der Welt gehandelt. In ihnen lagen zum Ende des dritten Quartals 248 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Zu Jahresbeginn waren es 211,6 Milliarden Dollar und vor Jahresfrist 176,74 Milliarden Dollar, wie Morgan Stanley-Analystin Deborah Fuhr seinerzeit ermittelt hatte. 180,5 Milliarden Dollar steckten in 148 ETFs in Amerika und 26,5 Milliarden Dollar in 109 entsprechenden Produkten in Europa. In Japan stehen 15 börsengehandelte Fonds zur Verfügung, die 25,6 Milliarden Dollar auf sich vereinigten. Seit Anfang Januar ist das Angebot netto um 36 börsengehandelte Fonds gestiegen - und 68 neue Produkte seien in Planung, heißt es weiter.

Seit Jahresbeginn ist die Summe der verwalteten Gelder nach ihren Angaben weltweit um 17 Prozent gewachsen. In den Vereinigten Staaten sind es zum 30. September 19,7 Prozent mehr gewesen als Anfang Januar und in Europa 29,4 Prozent. Das heißt: Da sich der Wertzuwachs nicht (allein) über den Kursverlauf der Börsen erklärt, haben diese Fonds unter dem Strich kräftig Mittel eingeworben.

Japan bildet eine Ausnahme: Dort gingen die „Assets under Management“ um 7,4 Prozent zurück. Obwohl der Nikkei-Index und der marktbreite Topix zugelegt haben. Folglich haben Investoren im Lande der Söhne Nippons aktiv Gelder aus ETFs abgezogen.

Verwaltungsgebühren erheblich niedriger als bei anderen Fonds

Wie Analystin Fuhr weiter ausführt, sind Exchange Traded Funds im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds erheblich günstiger. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio) liege bei auf Aktienindizes laufende ETFs bei 0,46 Prozent gegenüber 1,2 Prozent bei normalen Aktienfonds. Bei den an Anleiheindizes ausgerichteten Produkten seien ETFs mit einer Gesamtkostenquote von 0,17 Prozent gegenüber 0,99 Prozent auch klar im Vorteil.

Die niedrigere „Total Expense Ratio“ erklärt sich auch und gerade in der bei ETFs geringeren Anzahl an Käufen und Verkäufen. Denn diese Fonds müssen nur dann reagieren, wenn sich die Gewichtung der einzelnen Titel in einem Index ändert.

Quelle: @thwi
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