Fondsskandal

Amerikanische Fondsanleger lassen sich nicht abschrecken

21.11.2003
, 13:00
Die Anleger in Amerika scheinen sich nicht von den Skandalen in der Fondsbranche beeindrucken zu lassen. Im Oktober sind Aktien- und Mischfonds netto 30 Milliarden Dollar zugeflossen.
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Obwohl die Aufsichtsbehörden ihre Untersuchung der sieben Billionen Dollar schweren amerikanischen Fondsbranche ausweiten, pumpen amerikanische Investoren weiter Geld in Aktienfonds. In der Woche zum 19. November haben sie rund 3,5 Milliarden Dollar in Aktienfonds investiert, ebenso viel wie in der Woche zuvor, berichtet der Fondsbeobachter AMG Data Services. Geldmarktfonds verzeichneten Nettozuflüsse von 19,5 Milliarden Dollar, nach Abflüssen von 1,8 Milliarden Dollar in der Vorwoche, hieß es auf der Website von AMG.

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Bei einigen Fondsgesellschaften ziehen die Anleger Gelder ab. Bisher gibt es aber keine Anzeichen dafür, daß sie insgesamt einen Bogen um Fondsinvestments machen, haben Analysten festgestellt. "Im ganzen Land verfolgen die Anleger die Nachrichten über die Fondsbranche sehr genau, aber ihre Entscheidungen lassen bisher kein schrumpfendes Interesse an Fondsinvestments erkennen", erläuterte Avi Nachmany, Leiter der Analyse bei Strategic Insight in New York.

Aktien- und Mischfonds fließen 30 Milliarden Dollar zu

Im Oktober sind netto mindestens 30 Milliarden Dollar in amerikanische Aktien- und Mischfonds geflossen, zeigen die Daten von Strategic Insight. Die Zuflüsse in Aktien- und Mischfonds sowie in börsengehandelte Indexfonds und in Aktien investierte Rentensparpläne waren im Oktober so hoch wie seit März 2002 nicht mehr, so das Analyseunternehmen.

Bei Putnam Investments sank das verwaltete Kapital in der Woche zum 14. November 2,7 Prozent. Putnam war die erste Fondsgesellschaft, die im Rahmen der Untersuchung angeklagt wurde. Andere Vermögensverwalter profitieren von den Abflüssen bei Konkurrenten. Die britische Schroders konnte sich einen befristeten Vertrag des staatlichen Pensionsfonds von Iowa über die Verwaltung von rund 600 Millionen Dollar sichern, die zuvor über Putnam angelegt waren.

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Die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC und der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer untersuchen, ob Fondsgesellschaften einigen Kunden besondere Privilegien beim Handel gewährt haben, die anderen Anlegern nicht offenstanden. Darüber hinaus führt die SEC eine eigene Untersuchung durch, um festzustellen, ob mehrere Fondsgesellschaften gegen Gesetze verstoßen haben, indem sie Morgan Stanley Geld zahlten, damit die Investmentbank ihre Produkte besser verkauft.

Quelle: Bloomberg
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