Internationale Umfrage

Frankfurt ist für Vermögensverwalter kein Thema

Von Martin Hock
06.03.2017
, 16:25
Der Londoner Finanzdistrikt Canary Wharf  wird sich nicht so bald leeren.
Treibt der Brexit die internationalen Vermögensverwalter von London an den Main? Keineswegs: Die britische Hauptstadt bleibt wichtig und von Frankfurt redet kein Mensch, zeigt eine Umfrage.
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Vermögensverwaltung ist ein konservatives Geschäft. Das mag daran liegen, dass die Verwaltung von Vermögen langfristig orientiert ist. Denn dafür ist ein stabiles Umfeld sehr hilfreich.

Die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) befragt regelmäßig die Vorstandsvorsitzenden der großen Vermögensverwaltungsgesellschaften zu ihrem Blick auf die Zukunft, dabei waren 185 Manager aus 45 Ländern.

Zuversichtlich sind sie fast durchweg: 92 Prozent glauben an ein Umsatzwachstum im laufenden Jahr, sogar noch etwas mehr als 2016. Und das obwohl weniger als ein Drittel an eine bessere weltwirtschaftliche Entwicklung glaubt. Der Tenor ist viel mehr: Es bleibt, wie es ist.

Das kommt auch darin zum Ausdruck, wo die Vorstandschefs die besten Wachstumsmöglichkeiten im jeweiligen Ausland sehen. Der Nabel der Welt bleibt Amerika, das mehr als die Hälfte als Wachstumsmarkt für das Auslandsgeschäft sehen – trotz der Unsicherheiten, die eine Trump-Administration mit sich bringt?

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Nein, vielmehr gerade weil. Denn 2016 nannten nur 39 Prozent Amerika als wichtigste Quelle des Unternehmenswachstums. Und dabei ging es nur um das Auslandsgeschäft, denn das eigene Land durfte nicht genannt werden.

Auf Platz zwei folgt, ebenso kaum überraschend China, mit allerdings nur 28 Prozent. Auf Platz drei folgt schon Deutschland. Für Branchenkenner ist dies vielleicht weniger erstaunlich, versuchen doch schon seit einigen Jahren immer mehr ausländische Gesellschaften, hierzulande Fuß zu fassen und den Platzhirschen DWS, Deka und Union Invest das Feld streitig zu machen.

Platz vier geht mit 18 Prozent an Großbritannien. Wer nun meint, dass der Brexit die Asset Manager von der Insel Abstand nehmen lässt, muss beim Blick auf eine andere Frage erkennen, dass er sich irrt. Denn 21 Prozent der Vorstandschefs finden, dass London gemeinsam mit Peking und nach New York (23 Prozent) die wichtigste Stadt der kommenden zwölf Monate ist.

Und da danach Hongkong, Schanghai und Singapur folgen, lautet die Quintessenz: Alles bleibt wie es ist, vom Brexit-Exodus keine Spur. Deutschland muss sich da kaum Hoffnungen machen, in Kürze das neue Finanzzentrum Europas zu werden. Von sieben Prozent genannt, kann Berlin immerhin einen Achtungserfolg aufweisen.

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Und Frankfurt? Ja, auch Frankfurt war genannt worden – von gerade mal zwei Prozent der Befragten. Das war noch weniger als Sofia und Moskau. Es ist eben eine sehr konservative Branche.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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