Hedge Fonds

Schwellenländer- und Futures-Fonds führen

11.11.2005
, 17:22
Trotz aller Unkenrufe schlagen sich einzelne Hedge Fonds gut. Auf Sicht eines Jahres erzielten sie Wertzuwächse von bis zu 242 Prozent. Gut schnitten Schwellenländerfonds ab, aber auch manche Futureshändler können sich sehen lassen.

Hedge Fonds sind immer für eine Schlagzeile gut, sei sie positiv oder auch negativ. So geistern in einem Umfeld freundlicher Börsen immer wieder Meldungen durch den Raum, wie enttäuschend doch die Performance solcher Produkte in den vergangenen Tagen, Wochen oder gar Monaten wieder einmal gewesen sei.

Sie beziehen sich in der Regel auf einen Index, der wohl kaum darstellen kann, wie unterschiedlich die Anlagestile der verschiedenen Hedge-Fonds-Manager sind, wie unterschiedlich ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Marktphasen sein können und vor allem auch wie unterschiedlich die Risiken sind, die sie eingehen. In diesem Sinne werden nicht selten Äpfel mit Birnen verglichen, Hauptsache man hat schnell und einfach eine „spritzige“ Schlagzeile gefunden.

Gut gewählte Hedge Fonds schlagen sich hervorragend

Fakt ist, daß sich einige Fonds in den vergangenen Monaten hervorragend geschlagen haben. Die Rangliste wird dabei angeführt von Schwellenländer- und Futuresfonds. Dazwischen mischt sich immer wieder einmal ein so genannter Long/Short-Fonds, der Aktien sowohl kaufen aus auch leer verkaufen kann. Die exzellente Performance der Schwellenländerfonds dürfte kaum überraschen. Denn dort befinden sich die Börsen in einzelnen Märkten schon seit Monaten wenn nicht gar Jahren in einem wahren Boom.

In der Ukraine hat er sich zwar in der Zwischenzeit unter anderem auch aufgrund der nach der „Orangen Revolution“ eingekehrten politischen Ernüchterung inzwischen etwas abgekühlt. Allerdings reicht die „Basis“ der vergangenen Monaten immer noch aus, um den Ukraine Value Opportunity Fund mit einem Plus von 242 Prozent auf den ersten Platz in der Rangliste zu bringen. Basis ist die Fondsdatenbank von Bloomberg.

Schon auf dem zweiten Platz kommt der Friedberg Diversified Fund, der sich nach einer eher durchwachsenen Entwicklung in den vergangenen Monaten mit dem systematischen Handel von Futures auf einen der vorderen Plätze katapultiert hat und sich dort offensichtlich auch halten kann. Die Performance beläuft sich auf Jahressicht immerhin auf knapp 160 Prozent. Die kanadische Friedberg Group besteht aber immerhin schon seit dem Jahr 1971 und hat sich als Unternehmen im Familienbesitz auf die Geldverwaltung mit „nichttraditionellen Methoden“ spezialisiert.

„The Sabre Fund“ mit einem Plus von 1.178 Prozent in zweieinhalb Jahren

An vierter Steller der Rangliste liegt mit „The Sabre Fund“ ein Long/Short-Fonds. Das ist eines jener Anlagevehikel, das nicht nur Aktien kaufen oder leer verkaufen kann, sondern auch mit derivativen Instrumenten, Rohstoffen und auch mit Zinspapieren jonglieren kann. Das heißt, die Freiheitsgrade des Fondsmanager bei der Wahl seiner Strategie und der Instrumente scheint ziemlich groß zu sein. Und Fondsmanager Phil Mathews scheint sein Handwerk zu verstehen, denn er konnte den Wert der Anteile von einem kleinen Zwischentief von 49 australischen Dollar im Jahr 2003 stetig steigern auf zuletzt 626 Dollar. Das ergibt ein Plus von 1.178 Prozent in zweieinhalb Jahren. Wer wird da meckern und behaupten wollen, Hedge Funds schnitten schlecht ab?

Fakt ist, daß solche Produkte nur schwer miteinander vergleichbar sind. Entscheidend ist, den richtigen Einzelfonds oder das richtig zusammengesetzte Hedge-Fonds-Portfolio zu finden. Pauschale Aussagen über irgendwelche Hedge-Fonds-Indizes jedenfalls sind mit Vorsicht zu genießen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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