Immobilienfonds

Insiderverkäufe signalisieren Ende der Rally bei den REITs

12.07.2002
, 15:47
Höhepunkt bei US-Immobilien überschritten?
Die hohe Zahl an Verkäufen dürfte die Kurse der amerikanischen Immobilieninvestmenttrusts (REITs) bald bröckeln lassen.
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Die Insiderverkäufe bei den Aktien der amerikanischen Immobilieninvestmenttrusts, den REITs, übertreffen derzeit die Insiderkäufe im Verhältnis Neun zu Eins, berichtet Lehman Brothers. Investoren interpretieren dies als Zeichen, dass die Rallye bei den REITs vorbei ist. Der Morgan Stanley REIT-Index hatte im Jahr 2000 um 27 Prozent und im Jahr 2001 um 14 Prozent zugelegt, während der Standard & Poor's 500 Index in beiden Jahren gefallen war. Dieses Jahr ist der REIT-Index bis zum 12. April um 14 Prozent gestiegen, hat seitdem aber 7,8 Prozent eingebüßt.

Immobilieninvestments werden riskanter

Top-Manager und andere Insider bei 32 REITS, die von Lehman beobachtet werden, haben im ersten Halbjahr für 179,5 Millionen Dollar Aktien verkauft. Hingegen betrugen die Käufe nur 19,4 Millionen Dollar. „Es gibt kaum Kaufinteresse auf diesem Kursniveau," berichtete Sam Lieber, Fondsmanager bei Alpine Management & Research LLC. „Die Dotcoms schrumpfen noch weiter, die Wall Street Firmen reduzieren ihr Personal. All das drückt weiter auf den Markt."

Anfang der Woche erklärte die Ratingagentur Moody's Investors Service, dass gewerbliche Immobilieninvestments in den USA riskanter werden. Insbesondere der Büro- und Lagerhausmarkt leidet darunter, dass die Unternehmen Büroraum abgeben, den sie nicht mehr brauchen. Damit hat die Ratingagentur eine frühere Einschätzung geändert. Bisher sah sie Zeichen für eine Erholung. Die Leerstandsrate bei amerikanischen Büroimmobilien stieg laut Moody's im ersten Quartal auf 16,1 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 1993.

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Geringeres Gewinnwachstum

Die Aktienverkäufe zeigen, dass die Manager der REITs nicht darauf vertrauen, dass die Kurse weiter steigen, heißt es in dem Bericht von Lehman. „Die Gewinndynamik in dem Sektor lässt nach," berichtete Stuart Axelrod, REIT-Analyst bei Lehman in New York. Die Stellenstreichungen und die zu geringe Zahl an neu geschaffenen Arbeitsplätzen belasten insbesondere die Büro- und Appartementgesellschaften. Der Gewinn wird 2002 bei den REITS nur noch zwischen zwei und 2,5 Prozent wachsen, nach 6,2 Prozent im Vorjahr, schätzt Axelrod.

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Die grössten Insiderverkäufe entfielen auf fünf REITs: Bei dem größten New Yorker Immobilienfonds Vornado Realty Trust wurden für 58,1 Millionen Dollar Aktien verkauft, bei der Apartment-Gesellschaft Equity Residential waren es 30,6 Millionen Dollar, bei dem Bürovermieter Prentiss Properties Trust 16,4 Millionen Dollar, bei dem Apartment Investor Essex Properties Trust 12,2 Mio. Dollar und bei dem Büroimmobilienentwickler Reckson Associates 10,3 Mio. Dollar. Die einzigen REITs, bei denen Insider für mehr als eine Million Dollar kauften, waren Equity Residential mit 10,7 Millionen Dollar und die Büroimmobiliengesellschaft Arden Realty mit 4,2 Millionen Dollar.

Quelle: Bloomberg
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