Interview

„Rohstoffe statt Rohstoff-Aktien für erhöhtes Maß an Stabilität“

10.05.2005
, 18:30
In der Anlageklasse der Rohstoff-Fonds tummeln sich vor allem Aktienfonds. Activest bietet nun mit dem Commodities-Fond eine Alternative. Das Produkt läuft auf einen Rohstoff-Index. Fondsmanager Fürstenberger erwartet ein erhöhtes Maß an Stabilität.

An Rohstoff-Fonds besteht kein Mangel. Gleichwohl hat die Fondsgesellschaft Activest ein neues Produkt aufgelegt. Anders als die meisten Fonds in dieser Anlageklasse basiert der Activest-Commodities C nicht auf Aktien von Minenunternehmen, Ölkonzernen oder Nahrungsmittelproduzenten. Vielmehr bildet er den Dow Jones AIG Commodity-Index ab, der wiederum Terminkontrakte auf einzelne Rohstoffe als Grundlage hat.

FAZ.NET befragte Fondsmanager Johann Fürstenberger zum Activest Commodities-Fonds, der seit dem 12. April gegen einen Ausgabeaufschlag von vier Prozent zu haben ist und seitdem leicht an Boden verloren hat. Das gilt indes auch für ein Konkurrenzprodukt, das währungsbesicherte ABN-Endloszertifikat auf den Rogers International Commodity Index.

Warum sollte ein Anleger den Activest Commodities-Fonds kaufen?

Im Gegensatz zu anderen Rohstoff-Fonds basiert unser Fonds nicht auf Aktien verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, sondern bildet einen Rohstoff-Future-Index ab. Der große Vorteil unseres Fonds ist die sehr geringe Korrelation mit den Aktienmärkten, die nahe bei Null liegt. Dagegen pendelt die Korrelation üblicher Rohstoff-Fonds zwischen 0,6 und 0,7 Prozent, das heißt, diese Produkte sind in ungleich stärkerem Maße von Schwankungen an den Aktienmärkten betroffen. So eignen sich Rohstoffe gut, ein Wertpapierdepot zu stabilisieren, ohne Renditechancen aufzugeben.

Nun bilden Sie einen Index ab. So etwas ist bei Exchange Traded Funds auch der Fall - aber ohne einen Ausgabeaufschlag als Folge. Bei Ihrem Fonds sind beim Kauf vier Prozent fällig. Warum?

Nur wenige Finanzdienstleister beschäftigen sich mit dieser Asset-Klasse. Außer der Activest bietet nur die DWS einen solchen Rohstoff-Fonds an. Der Markt ist mithin relativ jung. Und in solchen Fällen sind die Transaktionskosten ziemlich hoch. Das rechtfertigt den Ausgabeaufschlag.

Haben Sie denn einen erhöhten Research-Aufwand im Vergleich zu anderen Index-Fonds?

Sagen wir mal so: Das ganze Konstrukt ist von der Materie her ziemlich komplex. Deshalb ist die Arbeit für diesen Fonds relativ kostenintensiv.

Außer dem Ausgabeaufschlag wird noch eine Verwaltungsgebühr von einem Prozent fällig. Wie ziehen Sie diese ab?

Die Gebühr wird abgegrenzt, so wie bei Aktienfonds auch. Jeden Handelstag wird ein Anteil von 0,45 Basispunkten des Fondsvolumens auf ein Konto innerhalb des Fonds abgebucht. Diese Größe errechnet sich aus der Verwaltungsgebühr von einem Prozent oder 100 Basispunkten, die auf etwa 220 Handelstage im Jahr aufgeteilt werden. Um diesen Anteil vermindert sich jeweils der Wert eines Fondsanteilsscheins.

Wie grenzen Sie den Fonds gegenüber Zertifikaten ab?

Die meisten Commodity-Zertifikate laufen auf einen Rohstoff wie Gold, Öl oder Zucker. Einigen liegt auch ein Korb von Rohstoffen zugrunde, meist sind dies die liquidesten Commodities. Bei Zertifikaten sind die Gebühren nicht so transparent wie bei uns. Und im Vergleich zu anderen Rohstoff-Indizes ist der unserem Fonds zugrunde liegende Index nicht energielastig, wodurch ein erhöhtes Maß an Stabilität zu erwarten ist - auch fürs Gesamtportfolio, wenn man den Fonds als Beimischung betrachtet.

Und das sollte ein Anleger tun?

Das ist unsere Ausgangsbasis: Commodities als Beimischung. Wer auf einen steigenden Öl- oder Goldpreis wetten will, ist mit unserem Fonds sicherlich falsch beraten - der soll ein entsprechendes Zertifikat kaufen. Wer dagegen Risiken reduzieren will, ist mit unserem Fonds sicherlich besser beraten als mit einem Zertifikat.

Haben Sie selbst Anteile am Activest-Commodities gekauft?

Nein, das habe ich noch nicht. Aber der Grund ist ein reines Zeitproblem. Ich habe aber zwei Activest-Fonds auf der Kaufliste, und der Commodities ist einer davon.

Und wann werden Sie kaufen?

Sobald ich meinen nächsten Kontoauszug geholt habe.

Die Fragen stellte Thorsten Winter

Quelle: @thwi
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