Investmentfonds

Aktienfonds-Verkäufe lassen Nettoabsatz von Deka einbrechen

11.08.2004
, 17:32
Der Nettoabsatz von Publikumsfonds bei den Sparkassen ist im ersten Halbjahr eingebrochen. Die Deka-Bank machte dafür Verkäufe von Aktienfonds verantwortlich. Allerdings liefern viele ihrer Fonds auch schwache Resultate.
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Der Nettoabsatz von Publikumsfonds bei den deutschen Sparkassen ist im ersten Halbjahr 2004 eingebrochen. Unterm Strich flossen in die Fonds der Investmentgesellschaft der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute, der Deka-Bank, Mittel im Volumen von nur 0,7 Milliarden Euro - nach 4,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum und 4,1 Milliarden Euro 2002. Das teilte die Deka- Bank, die gleichzeitig Zentralinstitut der Sparkassen ist, am Mittwoch in Frankfurt mit.

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Während offene Immobilien- und Rentenfonds Zuflüsse verzeichneten, überwogen bei Aktien- und Geldmarktfonds die Verkäufe. Das verwaltete Fondsvermögen beläuft sich inzwischen auf 137,2 Milliarden Euro. Damit verteidigte die Deka-Bank ihre Position als Nummer zwei in der Branche nach der Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS.

Allerdings hat der Investment-Partner der Sparkassen mit einer vergleichsweise schwachen Wertentwicklung vieler Fonds zu kämpfen. So war der auf deutsche Standardwerte spezialisierte DekaFonds im Juli mit einnem Minus von 4,65 Prozent der schlechteste Wettbewerber unter den zehn größten Publikumsfonds in Europa. Der auf europäische Blue-Chips ausgerichtete Arideka landete mit einem Abschlag von 2,74 Prozent im Mittelfeld. Die Deka-Bank hat 2002 den Investmentprozeß umgestellt, um ihre Produkte unter die besten 20 Prozent der jeweiligen Anlageklasse zu steuern. Zuletzt konnte sie aber bei der Wertentwicklung den Abstand zu DWS und Union Investment nicht verringern (Deka-Aktienfonds fallen zurück).

Verschiebung hin zu Dachfonds - Neuer Schwerpunkt

Ein Sprecher der Deka-Bank erläuterte den Rückgang beim Nettoabsatz mit einer Verschiebung von Einzelfonds hin zu Dachfonds und fondsgebundener Vermögensverwaltung. Diese strukturierten Finanzprodukte bildeten inzwischen den Anlageschwerpunkt in der Beratungspraxis der Sparkassen. Nach 0,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum flossen ihnen von Januar bis Juni 2,7 Milliarden Euro zu, womit in der Gesamtbetrachtung von Publikumsfonds und strukturierter Geldanlage im Vergleich zu 2003 aber immer noch ein Rückgang zu Buche schlägt.

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Das Betriebsergebnis vor Risiko konnte die Deka-Bank in den ersten sechs Monaten um 27 Prozent auf 317 Millionen Euro steigern. Im Aufwind waren Zins- und Provisionsüberschuß (plus 32 Prozent beziehungsweise 17 Prozent), während das Handelsergebnis nach einem Sondereffekt im Vorjahr wieder zusammenschrumpfte (minus 94 Prozent).

Quelle: @thwi mit dpa/lhe.
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