Investmentfonds

Exchange Traded Funds mit enormen Mittelzuflüssen

02.02.2005
, 18:33
Exchange Traded Funds bleiben auf dem Vormarsch. In Europa hat das in diesen - Aktien- und Anleiheindizes abbildenden - kostengünstigen Fonds investierte Kapital um zwei Drittel zugenommen. Zum Teil ist ihre Performance bestechend.

Weltweit sind die Zuflüsse in sogenannte Exchange Traded Funds (ETF) im vergangenen Jahr 46 Prozent gestiegen, angeführt von Europa. Das geht aus einem Bericht von Morgan Stanley hervor. Am 31. Dezember hatten Investoren 310 Milliarden Dollar in 336 börsennotierte Fonds investiert, verglichen mit 212 Milliarden Dollar, die sie im Vorjahr in 282 ETF angelegt hatten, berichtet die Investmentbank.

Auch in Deutschland sind Exchange Traded Funds auf dem Vormarsch: Der deutsche Anbieter Indexchange verzeichnete einen Nettomittelzufluß von 2,4 Milliarden Euro und führte damit die Absatzstatistik des Verbandes der Fondsbranche BVI an. Damit lag die Tochtergesellschaft der Hypo-Vereinsbank vor dem Allianz-Konzern (einschließlich DIT) mit einem Neugeschäft von 2,3 Milliarden Euro und der Union-Holding aus dem Verbund der Genossenschaftsbanken mit 1,6 Milliarden Euro.

Volumen in Europa um 33,9 Milliarden Dollar gestiegen

Hierzulande greifen vor allem institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen und Fonds zu Exchange Traded Funds; der Anteil der Privatanleger wird auf rund zehn Prozent geschätzt. Dabei haben ETF mehr Aufmerksamkeit verdient. Unter den deutschen Mittelwerte-Aktienfonds hat der MDax ex von Indexchange eine herausragende Wertentwicklung (Wertentwicklung deutscher Nebenwerte-Fonds), und der auf den deutschen Leitindex gemünzte Dax hat binnen Jahresfrist den Großteil der aktiv gemanagten Fonds hinter sich gelassen. Argumente für ETF sind auch der fehlende Ausgabeaufschlag und die deutlich geringere Verwaltungsgebühr.

Am gefragtesten waren ETF in Europa, wo das Volumen um zwei Drittel auf 33,9 Milliarden Dollar zunahm. In Amerika verzeichneten die Fonds einen Zuwachs von 51 Prozent auf 227,7 Milliarden Dollar. Japanische ETF kamen auf ein Plus von 9,7 Prozent auf 30,3 Milliarden Dollar. Der Rest entfiel auf andere Regionen.

Börsennotierte Fonds bilden Aktien- oder Anleiheindizes ab. Sie ermöglichen es Investoren, mit einem einzigen Wertpapier Anteile ganzer Portefeuilles zu kaufen oder zu verkaufen. Außerdem sind sie günstiger und leichter zu handeln als vergleichbare Investmentfonds, was sie für institutionelle Investoren interessant macht.

Mittel zum Einsatz in allen möglichen Märkten auf der Welt

Vergangenes Jahr entfielen 70 Prozent vom Handel mit amerikanischen ETF auf Hedge Fonds, berichtete Greenwich Associates im Januar.
Viele Fondsmanager „haben nicht die Zeit oder die Kapazität, alle Märkte abzuschöpfen, daher nutzen sie die börsennotierten Fonds, um sich weltweit engagieren zu können“, heißt es in dem Bericht von Morgan Stanley.

Die ersten börsennotierten Fonds wurden vor zwölf Jahren in Amerika aufgelegt. Branchenprimus ist heute die BGI-Tochter von Barclays mit einem verwalteten Kapital von 129 Milliarden Dollar.

Quelle: Bloomberg/@thwi
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