Investmentfonds

Morgan Stanley erwartet bis 2010 Verdopplung der Rohstoffonds

30.11.2005
, 17:45
Investmentfonds, die Rohstoffindizes abbilden, werden bis 2010 ihr Volumen verdoppeln, wie die Investmentbank Morgan Stanley erwartet. Begründung: Institutionelle Anleger suchen nach weiteren Möglichkeiten neben Aktien und Anleihen.

Investmentfonds, die Rohstoffindizes abbilden, werden bis 2010 ihr Volumen auf 140 Milliarden Dollar verdoppeln, weil Pensionsfonds und andere institutionelle Investoren nach Diversifizierungsmöglichkeiten zu Aktien und Anleihen suchen. Diese Prognose stellt Morgan Stanley.

Die von den Rohstofffonds verwalteten Gelder sind bereits auf 70 Milliarden Dollar angeschwollen, verglichen mit fünf Milliarden Dollar vor fünf Jahren, berichtete Benno Meier, Vice President Vertrieb Anlageprodukte bei der Bank, in einem Interview mit Bloomberg News am Rande einer Konferenz in London am Dienstag. „In diesen Märkten ist derzeit genügend Liquidität, um Investoren zu locken“, sagte Meier.

Amerikanische und europäische Fonds werden das Wachstum anführen, erwartet er. Morgan Stanley ist die drittgrößte amerikanische Investmentbank gemessen am Marktwert und einer der beiden größten Rohstoffhändler an der Wall Street.

Von Rohstoffen profitieren, ohne Rohstoffe zu kaufen

Mit Fonds, die Rohstoffindizes wie den Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) abbilden, können Investoren bei einer Reihe von Rohstoffen von Preisschwankungen profitieren, ohne die Rohstoffe physisch halten zu müssen. Der Index hat dieses Jahr 32 Prozent zugelegt. Hingegen kommt der Aktienindex Standard & Poor's 500 nur auf ein Plus von 4,2 Prozent (Börsengehandelter Fonds auf GSCI-Rohstoffindex).

Chinas wachsende Nachfrage nach Rohstoffen hat für höhere Preise gesorgt. Kupfer, Eisenerz und Kohle haben dieses Jahr Rekordhochs erreicht, der Rohölpreis kletterte am 30. August in New York auf ein Allzeithoch von 70,85 Dollar je Barrel.

Britische Fonds „prüfen derzeit diese Anlagekategorie und werden das bald umsetzen können“, berichtet Meier. Investmentfonds, die in der Schweiz und in den Niederlanden beheimatet sind, sind am stärksten bei Rohstoffen investiert. Hingegen dämpfen aufsichtsrechtliche Beschränkungen in Deutschland, Italien, Frankreich und anderen Ländern Rohstoffengagements von Fonds, erklärt Meier.

Quelle: Bloomberg
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