Marktstimmung

Hedge-Fonds-Manager vermissen Impulse

01.03.2005
, 19:31
Hedge-Fondsmanager werden nach einer Umfrage von Van Hedge Fund Advisors immer unentschlossener. Sie stehen leicht positiv zur amerikanischen Börse, blicken unentschieden auf den Dollar und werden weniger negativ zum Rentenmarkt.
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Stimmungsindikatoren sind vorsichtig zu betrachten. Vor allem dann, wenn sie die Meinung einer ziemlich „wetterwendischen“ Anlegergattung wiedergibt. Und dazu dürften viele Hedge-Fonds-Manager gehören. Die Erfahrung mit den Ergebnissen einer regelmäßig stattfindenden Umfrage von Van Hedge Fund Advisors zeigt, daß diese Anleger eine recht gute Nase für die Entwicklungen an den Finanzmärkten haben. Grundsätzlich sollte man sich als Leser auf die sich zum Teil rasch und deutlich ändernden Einschätzungen einstellen.

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Allerdings scheinen auch sie langsam aber sicher die Orientierung zu verlieren und auf den Status Quo zu setzen. Hatten sie in der Vergangenheit ausgeprägte Meinungen zu Börsen, Devisen und vor allem auch dem Rentenmarkt, so scheinen ihre Erwartungen immer weniger pointiert zu werden.

„Rentenpessimismus“ geht leicht zurück

Sie sind im März leicht positiv für die amerikanischen Aktien, völlig unentschieden über die weitere Entwicklung des Dollars und sie scheinen langsam weniger negativ für den amerikanischen Rentenmarkt zu werden. Ob das mit den inzwischen schon realisierten Kursverlusten zusammenhängt oder ob sie zunehmend skeptischer auf die amerikanische Wirtschaftsentwicklung schauen bleibt offen. Insgesamt rechnet immer noch mehr als die Hälfte der Befragten mit Kursverlusten am Rentenmarkt.

Insgesamt ist die noch in der Januar-Umfrage zu beobachtende Polarisierung weiter zurückgegangen. Das dürfte zumindest im Ansatz das sich bisher an den Finanzmärkten bietende Bild wiedergeben. Denn die Märkte befinden sich offensichtlich auf der Suche nach neuen Impulsen und halten an den bisher etablierten Trends fest, bis sie fündig geworden sind. Im Moment ist nicht absehbar, woher richtig „frischer Wind“ kommen könnte. Aber in solchen Situationen reicht nicht selten schon ein laues Lüftchen, um größere Bewegungen auszulösen. Man braucht sich nur die Aufregung zu betrachten, die urplötzlich über die sich schon länger abzeichnende Währungsdiversifikation der asiatischen Staaten entstand.

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Auf dieser Basis dürfte es ratsam sein, als Anleger nicht unaufmerksam zu werden. Es dürfte das beste sein, auf sorgfältig ausgewählte Aktien zu setzen. Sei es auf solche, die noch vergleichsweise günstig bewertet sind oder deren Trend eindeutig nach oben zeigt. Am besten wäre eine Kombination zwischen beidem und verbunden mit Absicherungsstrategien.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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