Marktstimmung

Makromanager relativ unentschlossen

02.02.2005
, 08:25
Hedge-Fondsmanager zeigen sich nach Interpretation einer Umfrage von Van Hedge Fund Advisors relativ unentschlossen mit Blick auf amerikanische Aktien und den Dollar. Eine ausgeprägt negative Meinung haben sie zum Rentenmarkt.

Stimmungsindikatoren sind mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Vor allem dann, wenn sie die Meinung einer ziemlich „wetterwendischen“ Anlegergattung wiedergibt. Denn die Erfahrung mit den Ergebnissen einer regelmäßig stattfindenden Umfrage von Van Hedge Fund Advisors unter Hedge-Fonds-Managern zeigt, daß diese Anleger eine recht gute Nase für die Entwicklungen an den Finanzmärkten haben. Allerdings sollte man sich als Leser auf die sich zum Teil rasch und deutlich ändernden Einschätzungen einstellen.

Das gilt vor allem für den Blick auf den Dollar und die Börsen, weniger ausgeprägt für den Rentenmarkt. Das zeigt sich beispielsweise daran, daß die Fondsmanager von einem ausgeprägten Dollarpessimismus im November und Dezember zunächst optimistischer geworden sind. Allerdings haben sie diesen Optimismus schon wieder abgebaut. Die sehen die Entwicklung zwischen Euro und Dollar vergleichsweise unentschieden.

„Rentenmarktpessimismus“ hat wieder leicht zugenommen

Gleichzeitig hat sich der „Rentenmarktpessimismus“ der Makro-Manager wieder leicht verstärkt. Nachdem im Dezember noch 61 Prozent der Befragten mit fallenden Kursen und steigenden Renditen rechneten, waren es im Februar wieder 65 Prozent. Lediglich 22 Prozent der Befragten sind noch „rentenmarktoptimistisch“.

Mit Blick auf die Börsen hat der relative Optimismus vom Januar wieder abgenommen. Nach 57 Prozent im Dezember rechneten im Februar nur noch 43 Prozent der Fondsmanager mit steigenden Kursen. Gleichzeitig hat aber auch die Anzahl der Pessimisten leicht zugenommen. Mit 35 Prozent nach 26 Prozent im Januar ist hier der Zuwachs beinahe so stark, wie der Rückgang bei den Optimisten.

Unentschlossenheit der Hedge-Fondsmanager hat zugenommen

Insgesamt ist die Polarisierung der Januar-Umfrage zurückgegangen. Dafür scheint sowohl bei Aktien als auch beim Dollar die Anzahl der unentschlossenen Hedge-Fondsmanager zugenommen zu haben. Das dürfte zumindest im Ansatz das sich bisher an den Finanzmärkten bietende Bild wiedergeben. Denn die Märkte befinden sich offensichtlich auf der Suche nach neueren eindeutigen Trends. Eine einheitliche Meinung gibt es lediglich mit Blick auf den Rentenmarkt. Allerdings ist das nicht neu, denn die Marktteilnehmer lagen diesbezüglich schon in vergangenen Jahr falsch. Möglicherweise kommt es dann zur Wende, wenn niemand mehr so richtig damit rechnet, weil er sich zu oft getäuscht hat.

Auf dieser Basis dürfte es ratsam sein, als Anleger eine gewisse Vorsicht walten zu lassen. Es dürfte das beste sein, auf sorgfältig ausgewählte Aktien zu setzen. Sei es auf solche, die noch vergleichsweise günstig bewertet sind oder deren Trend eindeutig nach oben zeigt. Am besten wäre eine Kombination zwischen beidem und verbunden mit Absicherungsstrategien.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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