Marktstimmung

Makromanager sind „bullish“ auf amerikanische Aktien

02.06.2005
, 13:36
Die Stimmung unter Hedge-Fondsmanager zeichnet nach einer Umfrage von Van Hedge Fund Advisors das wider, was in den vergangenen Wochen an den Märkten zu beobachten war: sie sind optimistisch für amerikanische Aktien und den Dollar.

Stimmungsindikatoren und Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern sind normalerweise mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Denn man weiß nie genau, ob sie die Stimmung der Vergangenheit, der Gegenwart oder auch der Zukunft wiedergeben.

Diese Frage dürfte sich auch angesichts der jüngsten Umfrage unter jenen Hedge-Fondsmanagern ergeben, die sich vor allem auch von der Interpretation von makroökonomischen Daten leiten lassen. Sie zeigt, daß diese Sorte von Anlegern in den vergangenen Wochen deutlich positiver gegenüber amerikanischen Aktien geworden ist, als sie es noch im Mai gewesen war. Eine Mehrheit von 52 Prozent ist „bullish“ auf sie.

Hedge Fonds „bullish“ für den Dollar

Ähnlich sieht die Entwicklung mit Blick auf den amerikanischen Dollar aus. Waren die Manager schon im April und im Mai relativ positiv eingestellt gewesen, so hat sich dieser Eindruck im Juni noch deutlich verstärkt. Denn satte 61 Prozent der Befragten Portfoliomanager rechnen mit einem starken Greenback. Dagegen haben die amerikanischen Treasuries leicht an Flair verloren.

Damit scheint sich das Bild zu bestätigen, das manche Experten in den vergangenen Tagen gezeichnet haben. Einerseits berichten sie von einer ausgeprägten Abneigung der Anleger, Aktien zu verkaufen. Andererseits sind die Volumina bei steigenden Kursen relativ gering und entsprechend wenig aussagekräftig. Die Schlußfolgerung kann lauten: die Märkte werden zur Zeit von wenigen, dafür um so aggressiveren Marktteilnehmern getrieben. Sei es der Devisen-, der Aktien- oder auch der Rentenmarkt.

... fragt sich nur wie lange

Ein Devisenstratege vermutete manche Hedge Fonds ließen sich nach einer eher verhaltenen Performance in den vergangenen Monaten nun dazu verleiten, aggressiv die sich auftuende Zinsdifferenz zwischen Amerika und Europa „zu spielen“. Dabei bauten sie unter anderem auch auf einen steigenden Dollar, um einen Doppeleffekt zu erzielen. Allerdings dürfte es sich dabei um ein heißes Spiel handeln, das schnell wieder in die andere Richtung drehen kann. Darauf deuten zumindest die so genannten Kapitalflußdaten hin. Sie zeigen, daß die in den vergangenen Wochen nach Amerika geflossenen Gelder dort nicht langfristig investiert, sondern kurzfristig angelegt werden. Damit handelt es sich um „heißes Geld“, das die strukturellen Probleme Amerikas kurzfristig ignoriert.

Aus diesem Grund dürfte es ratsam sein, nicht zu optimistisch zu werden und eine gewisse gesunde Skepsis zu wahren.

Bei der Umfrage von Van Hedge Fund Advisors werden Hedge-Fondsmanager befragt, die sich an makroökonomischen Daten orientieren und die insgesamt ein Vermögen von mehr als 30 Milliarden Dollar verwalten. Sie geben Auskunft darüber, was sie im laufenden Monat von den einzelnen Marktsegmenten erwarten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot