Nebenwerte-Fonds

Indexfonds toppt fast alle gemanagten Produkte - und ist billiger

12.10.2004
, 15:40
Nebenwerte laufen weiter besser als „Blue Chips“. Das färbt auch auf Aktienfonds ab. Mit am besten läuft unter den deutschen Nebenwerte-Fonds der Indexfonds MDax ex. Dabei ist er auch noch deutlich billiger als gemanagte Produkte.

Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen sind in den vergangenen Monaten und Wochen im Durchschnitt besser gelaufen als die Dividendenpapiere der im deutschen Leitindex Dax gelisteten Konzerne - allen Unkenrufen zum Trotz (Europäische Nebenwerte wechseln langsam auf die Standspur). Auch die relativ höhere Bewertung hat die im MDax und im SDax notierenden Nebenwerte bisher nicht bremsen können.

Dies zeigt die Statistik der Wertentwicklung: Der MDax hat ein Jahresplus von 24,8 Prozent vorzuweisen, während sich der SDax um 17,9 Prozent und der Dax um 15,75 Prozent verbessert hat. In den vergangenen drei Monaten ist der MDax auf einen Zuwachs von 2,7 Prozent gekommen, der Dax hat um 2,4 Prozent zugelegt und der SDax um 0,6 Prozent.

Diese Performane-Unterschiede spiegeln sich auch in Aktienfonds wieder: Nebenwerte-Fonds schneiden besser ab als entsprechende Produkte, die auf „große“ Titel setzen. Dabei fällt auf: Der lediglich den Mittelwerte-Index abbildende Fonds MDax ex von Indexchange schlägt fast alle Nebenwerte-Fonds, die von Managern aktiv betreut werden. Dabei ist der Index-Fonds auch noch deutlich kostengünstiger. Und hat mithin zwei wesentliche Trümpfe auf seiner Seite.

Aktive Aktienauswahl führt meist nicht zu besserer Performance

Bester Fonds der Nebenwerte-Klasse ist aktuell der Equity Fund (Lux) Small Caps Germany von Credit Suisse mit einem Jahreszuwachs beim Kurs von 24,9 Prozent. Dahinter folgt der MDax ex mit einem Aufschlag von 23,9 Prozent. Beide Produkte streiten sich um die Führerschaft. An dritter Stelle folgt der Lupus Alpha MDax Plus C, der sich um 21,4 Prozent verbessert hat, vor dem DIT Nebenwertefonds Deutschland mit einem Plus von 18,9 Prozent und dem Adig Adiselekt mit 15,2 Prozent.

Außer dem MDax ex, dessen Zusammensetzung sich allein an der Gewichtung der einzelnen Aktien im Mittelwerte-Index ausrichtet, sind alle genannten Produkte aktiv gemanagt. Das heißt: Das jeweilige Fondsmanagement entscheidet selbst, welche Titel es kauft. Anders als der MDax müssen folglich nicht alle MDax-Titel im Fonds auftauchen. Die Vermutung, die aktive Auswahl führe zu einem relativ besseren Abschneiden, bestätigt sich bis auf einen Fall indes nicht. Nur auf Sicht von drei Jahren sind mit dem DIT Nebenwertefonds und dem Lupus Alpha-Produkt zwei aktiv betreute Fonds besser als der MDax ex.

Verwaltungsgebühr bei gemanagten Fonds höher

Dabei verlangen die aktiv gemanagten Fonds einen Ausgabeaufschlag von in der Regel fünf Prozent auf den eigentlichen Kurswert. Der Anleger bezahlt also mehr, als das Papier aktuell wert ist. Beim MDax ex entfällt der Ausgabeaufschlag dagegen, wenn der Fonds über die Börse gekauft wird und nicht beim Anbieter. Zudem ist die beim MDax ex fällige Managementgebühr mit 0,5 Prozent niedriger als bei den Mitbewerbern: Adig verlangt beim Adiselekt 0,9 Prozent, der DIT 1,75 Prozent, Lupus Alpha 0,8 Prozent und Credit Suisse 1,9 Prozent.

Gemessen an diesen Zahlen sind Käufer des MDax ex in den vergangenen Monaten unter dem Strich am besten gefahren. Zu vergessen ist dabei auch nicht, daß der Indexfonds jederzeit gehandelt werden kann und gepreist wird, während der Preis anderer Aktienfonds nur einmal am Tag festgestellt wird.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot