Quartalszahlen

Berichtssaison mit Risiko von Enttäuschungen

07.10.2004
, 07:59
Bald ist es wieder soweit und die deutschen Unternehmen legen ihre neuen Quartalsberichte vor. Analysten rechnen nach den zuletzt sehr überzeugend ausgefallenen Zahlen dabei jetzt mit etwas mehr Sand im Getriebe.
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Ein gestiegenes Risiko für Enttäuschungen bei der bevorstehenden Berichtssaison sehen von Dow Jones Newswires befragte Aktienstrategen. “Die Erwartungen für das 1. und 2. Quartal waren noch relativ niedrig und konnten daher leicht übertroffen werden; jetzt sind die Prognose etwas höher und können daher eher verfehlt werden“, sagt Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg.

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Auch Michael Köhler von der Landesbank Rheinland-Pfalz rechnet damit, daß die Berichtssaison eher mäßig verlaufen wird. Gleichwohl sollten aber auch keine “Gewinnwarnungen im großen Stil“ befürchtet werden, meint Bader.

Zyklische Branche mit tendenziell guten Zahlen erwartet

Was die einzelnen Branchen betrifft, wird mit tendenziell guten Zahlen im zyklischen Bereich gerechnet. Hier nennt Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Sektoren Chemie und Industrie sowie Technologie. Bei letzteren müsse allerdings der Bereich Halbleiter ausgeklammert werden. Hier scheine der Zyklus vor einer Trendwende nach unten zu stehen. Mit soliden Ergebnissen rechnet Borghoff auch bei den Versorgern.

Dagegen seien bei Autowerten negative Ausreißer wahrscheinlich. Schlechte Zulassungszahlen hätten hier bereits einen Vorgeschmack auf die Ergebnisse gegeben. Zudem leide der Sektor unter den hohen Rohstoffpreisen. Vor diesem Hintergrund sei auch die Bewertung nicht wirklich attraktiv. Skeptisch sehen die Aktienstrategen auch den Pharmasektor. “Die Wachstumsraten schwächen sich ab“, meint Borghoff. Zudem hätten negative Nachrichten zu Medikamenten den Anlegern in den vergangenen Wochen wieder die spezifischen Risiken dieses Sektors vor Augen geführt, gibt Bader zu bedenken.

Ausblicke vermutlich nur verhalten

Der Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung dürfte verhalten ausfallen. “Da werden sich die Unternehmen nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, sagt Bader. Borghoff ist etwas zuversichtlicher gestimmt und rechnet mit “moderat positiven“ Ausblicken. Allerdings gehen die Marktexperten insgesamt nur von einer begrenzten Auswirkungen auf den Gesamtmarkt aus. Sowohl auf gute als auch auf schlechte Zahlen dürfte die Reaktion verhalten ausfallen.

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Einerseits schütze die günstige Bewrtung vor stärkeren Rückschlägen im Falle negativer Überraschungen, andererseits seien erfreuliche Daten bereits durch den jüngsten Anstieg eingepreist worden. Impulse für einen Ausbruch nach oben erwartet Borghoff denn auch nicht.

Quelle: Dow Jones Newswires
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