Rohstoff-1x1

Mais-Preis hinkt Erntezuwächsen hinterher

23.05.2003
, 20:27
Wichtigste Getreidesorte der Welt: Mais
Mais ist die wichtigste Getreidesorte auf der Welt. Doch im Gegensatz zu Weizen ist die Nachfrage bei Mais nicht größer als das Angebot. Das spiegelt sich im Preis wider, der sich abwärts orientiert.
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Italiener schätzen ihn als erkalteten und in Stücken geschnittenen zähen Griesbrei namens Polenta. Amerikaner lieben ihn als Popcorn. Und manche Landstriche Südosteuropas kommen ohne ihn auch nicht aus, was nicht zuletzt für die Volksrepublik China gilt: Mais wächst rund um den Globus und stillt den Hunger von Menschen in vieler Herren Länder.

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Als agrarischer Rohstoff ist der auch als Türkischer Weizen, Kukuruz und Welschkorn bekannte Mais eine der drei wichtigsten Getreidesorten auf der Welt - jedenfalls gemessen an der Menge, die in den vergangenen Jahr produziert worden ist. Dadurch ist er auch für Börsianer interessant - zumindest für manche.

40 Prozent der Weltproduktion kommen aus Amerika

In den vergangenen Jahren hat Mais bei der Produktion sowohl Reis als auch Weizen überholt. Wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr knapp 565 Millionen Tonnen Weizen und rund 592 Millionen Tonnen Reis auf der Welt hervorgebracht, hat sich die Menge geernteten und in den Handel gebrachten Maises der Marke von 600 Millionen Tonnen angenähert.

Der wichtigste Produzent sind mit weitem Abstand die Vereinigten Staaten von Amerika, die zuletzt rund 264 Millionen Tonnen dieses Getreides, das in Amerika Corn genannt wird, hervorgebracht haben. Das sind rund 40 Prozent des Weltaufkommens an Mais. Auf Platz zwei folgt China mit einem Produktionsvolumen von etwa 104 Millionen Tonnen, gefolgt von Brasilien mit 32 Millionen Tonnen, Mexiko mit 18 Millionen Tonnen und Frankreich mit 15 Millionen Tonnen.

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Produktivität in der EU besser als in Amerika

Dabei fallen die Ernteerträge sehr unterschiedlich aus. Ein amerikanischer Corn-Farmer bringt auf einem Hektar durchschnittlich viermal soviel Mais zur Ernte als ein Kollege in Mexiko. Der Ertrag in der Europäischen Union (EU) übertrifft wiederum die amerikanischen Zahlen. Die EU produziert jährlich rund 156 Millionen Tonnen dieses Getreides und darf sich folglich als Selbstversorger bezeichnen, da nur drei Millionen Tonnen eingeführt werden müssen.

Die wichtigsten Importnationen für Getreide und damit auch für Mais sind die weniger armen Staaten in Lateinamerika und Afrika. Hinzu kommen Länder im Orient sowie in Asien, wobei vor allem Japan und Südkoera zu nennen sind.

Mais-Preis tendiert abwärts

In Amerika und Europa landet übrigens der geringere Anteil des zur Verfügung stehenden Maises in Konserven und auf dem Grill oder in der Popcorn-Maschine. Zu etwa 80 Prozent dient die Ernte als Viehfutter, rund zehn Prozent werden industriell von der Stärkeindustrie verarbeitet. Auch Alkohol läßt sich aus Mais brennen.

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Für Anleger ist diese Getreidesorte in der jüngsten Vergangenheit eher kein lohendes Investment gewesen - ganz im Gegensatz etwa zu Weizen (Weizen erlebt deutlichen Preisaufschwung). An der Chicago Board of Trade, der Warenterminbörse also, ist der Preis für Mais zur Lieferung im Juli vom Septemberhoch bei 296,50 Cents für einen 35,23 Litern entsprechenden Bushel auf bis zu 228 Cents zu Ende März gefallen; zwar hat sich der Preis für diesen Corn-Future bis 23. Mai auf 243 Cents erholt, ist aber weit von einstigen Spitzennotierungen entfernt, zumal die Tendenz wieder fallend ist.

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