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Silber glänzt matter als Gold

21.03.2003
, 12:00
Am Silbermarkt übersteigt die Nachfrage seit Jahren das Angebot. Den Preis hat dies aber nicht beflügelt. Und wie es scheint, müssen sich im Silber engagierte Milliardäre wie Warren Buffett weiter gedulden.
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Mit Silber war in den vergangenen Jahren kein richtiger Staat zu machen. Der aktuelle Preis von 4,34 Dollar für die Feinunze wurde auch schon in den frühen 70er Jahren notiert und ist die seit 1990 weitgehend gültige Preisrange.

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Die Lethargie, die sich in den relativ stabilen Preisen ausdrückt, wurde auch nicht nachhaltig dadurch beeinträchtigt, dass sich mit Warren Buffett, Bill Gates und George Soros die reichsten Männer dieser Welt seit einiger Zeit zu einem Engagement im Silber entschieden haben.

Noch keine Renaissance in Sicht

Dabei hatte Silber in den 70er Jahren einmal einen legendären Ruf erworben. Verantworltich dafür waren damals die Aktivitäten der Gebrüder Hunt. Diese hatten mit massiven Käufen den Silbermarkt derart manipuliert, dass die Preise von 1,50 Dollar im Jahr 1972 bis auf 48,70 Dollar im Jahr 1980 explodierten, ehe der Markt dann in sich zusammenbrach.

Von Turbulenzen dieser Art ist dieser Tage wenig zu spüren. Von der teilweise zu beobachtenden Renaissance einzelner Rohstoffe ist das Silber jedenfalls kaum erfasst worden. Auch den zwischenzeitlichen Aufschwung beim Gold hat es nur unterproportional mitgemacht. Und nach der jüngst zu verzeichnenden Preisabschwächung bleibt sogar abzuwarten, ob sich die zu Jahresbeginn von 18 Analysten erwartete Preisverbesserung auf 4,92 Dollar im Jahresvergleich realisieren lässt.

Chronisches Angebotsdefizit

Bei der seit Jahren müden Preisentwicklung spielt vermutlich eine wesentliche Rolle, dass Silber nicht mehr als Spekulationsinstrument wahrgenommen wird, sondern mehr als Industriemetall. Und da die Weltkonjunktur nicht richtig läuft, kommt eben auch der Preis nicht in Schwung.

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Allerdings mutet die Preisstabilität vor dem Hintergrund schon erstaunlich an, dass das Angebot die Nachfrage seit Jahren übersteigt. So schätzen Experten wegen steigender Nachfrage das Angebotsdefizit im Jahr 2003 auf 163,0 Millionen Unzen. Das ist nicht nur der höchste Wert aller Zeiten sondern wäre auch die Verängerung der seit dem Jahr 1990 immer wieder jedes Jahr zu konstatierenden Defizite. Da sich die Lagerbestände gleichzeitig auf einem tiefen Niveau bewegen, könnte die Rechnung der Milliardäre Buffett, Gates und Soros vielleicht doch noch irgend wann aufgehen.

Silber ist hinter Gold zurückgefallen

Doch noch scheint die Zeiten für das Silber nicht gekommen zu sein. Bis es soweit ist, können sich die Investoren mit dem Studium der Geschichte und der Hintergrund des Edelmetalls beschäftigen. Bei diesen Recherchen, wobei der seit 1990 vom The Silver Institute publizierte World Silver Survey 2002 wertvolle Hilfe leisten kann, werden sie feststellen, dass Silber nach Kupfer und Gold das dritte Gebrauchsmetall war, welches die Menschen benutzten.

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Dabei galt Silber zunächst als wertvoller als Gold, doch dieses Verhältnis hat sich längst gewandelt und im relativen Vergleich ist Silber in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgefallen. Dabei hat vielleicht auch eine Rolle gespielt, dass Silber zwar ein seltenes Element ist, es aber etwa 20mal häufiger als Gold vorkommt.

Silber hat viele brauchbare Eigenschaften

Das chemische Symbol "Ag" für Silber, das einen Schmelzpunkt von 961,93 Grad Celcius hat, wurde von J.J. Berzelius im Jahre 1814 eingeführt und es steht an 67. Stelle der Elementhäufigkeit. Allgemein handelt es sich bei Silber um ein weißglänzendes und weiches Edelmetall. Es ist nach Gold das dehnbarste Metall und kann zu feinen, blaugrün durchscheinenden Folien von Blattsilber ausgewalzt werden. Das Edelmetall besitzt die beste elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle.

Es wird mit den meisten anderen Metallen - mit Ausnahme von Eisen und Cobalt legiert. Silber besitzt von allen Substanzen der Erde das höchste Reflexions- und Absorptionsvermögen für Licht. Diese Eigenschaft erklärt den strahlend weißen Metallglanz des Silbers. Nachgefragt und genutzt wird es vor allem in der Industrie, der Fotografie sowie der Silberwaren- und Schmuckindustrie.

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Leicht manipulierbarer Markt

Die größten Produzentenländer sind Mexiko, USA, Peru, Kanada und Australien und als die größten Unternehmen gelten Industrias Penoles aus Mexiko, Polska Miedz aus Polen und BHP Minerals aus Australien.

In manchen Publikationen wird der Gesamtwert aller Silbermünzen und -barren, die jetzt für den Markt verfügbar sind, auf nur ungefähr 3,5 Milliarden Dollar beziffert. Bei 2,5 Milliarden Dollar ist die jährliche Produktion des Silbers um ein Achtel geringer als die des Goldmarktes.

Auch dies ist ein Indiz dafür, wie schnell der Preis in Bewegung geraten kann, wenn sich erst einmal mehr Investoren als nur die genannten Milliardäre dazu entscheiden sollten, dass Silber wieder eine lohnende Geldanlage sein könnte.

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