Rohstoff-Hausse

Argumente aus der Mottenkiste treiben die Rohstoffpreise

07.10.2004
, 10:09
Wie vielseitig Aluminium einsetzbar ist, zeigen diese Kleider
Nach einer zwischenzeitlichen Auszeit ist die Hausse bei den Rohstoffen wieder zum Leben erwacht. Dabei fällt auf, daß die alten Gründe für die Preissteigerungen weiter ihre Gültigkeit haben.
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Nach einer zwischenzeitlichen Korrektur haben viele Rohstoffpreise wieder ihren grundsätzlich intakten Aufwärtstrend aufgenommen. Das gilt nicht nur für die schlagzeilenträchtigen Rekordpreise beim Öl, sondern auch für etliche andere Rohstoffe. Zu den Produkten, die zuletzt wieder mit deutlichen Preissteigerungen aufwarten, zählen unter anderem Aluminium, Kupfer und Nickel.

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Wer sich mit dem Phänomen beschäftigt, wird dabei schnell merken, daß sich an den Gründen für die anziehenden Preise nichts geändert hat. Alle schon früher zugunsten der These einer länder anhaltenden Rohstoff-Hausse angführten Argumente sind nach wie vor intakt und es scheint so, als seien sie in der Zeit, als es darum ging, kurzfristige spekulative Preisübertreibungen zu korrigieren, nur in der Mottenkiste verschwunden und man müsse sie jetzt nur herausholen.

Gleich mehrere Gründe erklären die steigenden Preise

Zu diesem Schluß kommen auch die Analysten beim australischen Broker Macquarie Research. Sie verweisen auf die weiter starke Nachfrage aus China, einer im Herbst typischerweise anziehenden physischen Nachfrage, Käufen von spekulativen Marktteilnehmern, einige Streiks bei Rohstoffproduzenten, einem tendenziell eher wieder schwächeren Dollar und die bei einigen Rohstoffen zu konstatierende Angebots-Nachfrage-Lücke.

So sprang Aluminium, das für Nahrungsmittel-Verpackungen und Fahrzeugkomponenten verwendet wird, jüngst auf ein Neunjahreshoch. Zu diesem Anstieg trägt sicherlich auch die von Bloomsbury Minerals Economics Ltd. abgegebene Schätzung bei, wonach die Nachfrage in diesem Jahr 7,4 Prozent auf 28 Millionen Tonnen steigen und damit um 600.000 Tonnen über der Produktion liegen wird.

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Ein Agebotsdefizit ist auch beim ebenfalls fast auf ein Neunjahreshoch gestiegenen Kupfer zu erwarten, aus dem vor allem Stromkabel und Rohre gefertigt werden. Die Nachfrage werde hier in diesem Jahr um 6,3 Prozent auf 16,4 Millionen Tonnen steigen. Laut Goldman Sachs sind das 428.000 Tonnen mehr als die Fördermenge.

Kein Ende der Rohstoff-Hausse in Sicht

Zusammengefaßt finden sich somit neben der nicht zu leugnenden spekulativen Komponenten auch einige handfeste fundamentale Gründe für die starken Preissprünge. Und da sich diese Gründe nicht so schnell in Luft auflösen werden, bleibt die Rohstoff-Hausse argumentativ gut unterstützt. Das sehen auch die Analysten bei Macquarie so, wobei sie auch damit rechnen, daß wie immer in solchen Fällen, steigende Preistrends noch einmal weitere Spekulanten anlocken werden, die mit ihren Käufen dann die Entwicklung noch einmal verstärken.

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Auch so gesehen ist ein Ende der langfristigen Rohstoff-Hausse nicht in Sicht. Unter den einzelnen Produkten ist Macquarie dabei vor allem für Zink, Nickel und Aluminium positiv gestimmt. Auch Kupfer könne zunächst weiter steigen, doch hier sei im kommenden Jahr eine sinkende Nachfrage in Kombination mit einem steigenden Angebot einzuplanen.

Quelle: @JüB
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