Rohstoffe

Anleger lassen Kaffee, Kakao und Weizen links liegen

11.12.2003
, 10:21
Als Investment wegen des Überangebots uninteressant: Kakao
2003 ist nicht nur das Jahr des Aufstiegs der Aktienmärkte aus dem Jammertal, sondern auch der Rohstoff-Rally. Doch nicht jeder Rohstoff zieht Anleger so an wie Gold. Kaffee und Kakao lassen deutsche Investoren links liegen.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Der Preis für die Unze Gold ist in diesem Jahr von knapp 340 auf zuletzt 410 Dollar gestiegen. Dieselbe Menge Platin hat sich von 605 auf 808 Dollar verteuert. Kupfer hat in diesem Jahr 38 Prozent gewonnen und die beste Wertentwicklung seit 1994 gesehen, wie Bloomberg News berichtet. Nickel ist so teuer wie seit 14 Jahren nicht mehr. Und Weizen als eines der wichtigsten Getreide der Welt hat seit Jahresbeginn eines Preisanstieg von 23 Prozent erlebt. Selbst Kaffee ist teurer geworden, um 8,8 Prozent auf Dollarbasis; wovon der europäische Konsument aber wegen der Dollarschwäche nichts merkt: Kaffee kostet derzeit 6,3 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Der Preisanstieg bei den Rohstoffen ist ein steigendes Interesse bei Anlegern einhergegangen. Besonders Gold als „sicherer Hafen“ erfreut sich steigender Nachfrage, während viele Aktien von Gold- und Platinumunternehmen zuletzt etwas schwächelten. In genießbare Rohstoff zu investierten, ist dagegen unter Anlegern zumindest in Deutschland nicht beliebt. Diese Erfahrung hat die australische Makquarie Bank machen müssen.

„Die Nachfrage war zu gering - leider“

Makquarie hatte vor rund einem Jahr ein Zertifikat aufgelegt, das den Verlauf des Kaffee-Preises abbildete. Diesem sogenannten Kaffee-Tracker, gelistet an der Stuttgarter Börse, folgten zwei ähnliche Papiere, mit denen Investoren eingeladen wurden, auf Kakao und Weizen zu wetten. Doch diese Einladung wurde nur recht vereinzelt angenommen. Die australische Bank hat daraus die Konsequenzen gezogen - und diese drei Rohstoff-Tracker wieder vom Markt genommen: „Die Nachfrage war zu gering - leider“, sagte ein Sprecher von Makquarie auf Anfrage.

Bild: Bloomberg

Anleger müssen sich aber nicht grämen, denn mit Kaffee und Kakao gab es in diesem Jahr nichts zu verdienen. Zwar schickt sich der Kakao-Preis an, einen Aufwärtstrend zu etablieren, doch zuvor war er seit Anfang Januar um 29 Prozent gefallen. So notiert er fast ein Fünftel niedriger als seinerzeit. Die Erklärung: Länder wie die Elfenbeinküste bringen mehr Kakaobohnen hervor, als auf der Welt nachgefragt werden. Und wenn das Angebot die Nachfrage übertrift, fällt gemeinhin der Preis. Kaffee bewegt sich dagegen seit Monaten seitwärts in einer Handelsspanne zwischen rund 58 und 72 Cents für das Pfund Rohkaffee; der Preis zur Lieferung im März lag zuletzt bei 65 Cents. Der Preisanstieg auf Dollarbasis von knapp neun Prozent ist für in Euro rechnende Anleger wenig tröstlich. Schließlich ist der Dollar im Vergleich zur Gemeinschaftswaährung aktuell gut 13 Prozent weniger wert als zu Jahresbeginn.

Die Grafiken zeigen die Preisentwicklung bei Kakao (oben) und Kaffee in Dollar in den vergangenen Jahren.

Quelle: @thwi
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