Rohstoffe

Der CRB-Index erklimmt ein 24-Jahreshoch

01.03.2005
, 13:12
Der weithin beachtete CRB-Rohstoff-Index ist auf das höchste Niveau seit Februar 1981 gestiegen. Getragen wird der Aufschwung dabei von vielen verschiedenen Rohstoffen und auch die dafür angeführten Gründe klingen überzeugend.

Die Rohstoffpreise befindet sich weiterhin auf einem beeindruckenden Höhenflug. Bestens zum Ausdruck kommt die Hausse beim weithin beachteten CRB-Rohstoff-Index. Denn der ist gerade auf ein 24-Jahreshoch gestiegen.

Der vielbeachtete Index, der aus den Terminpreisen von 17 Rohstoffen berechnet wird, schreibt damit seine Ende 2000 begonnene Rally, getrieben von einer weltweit wachsenden Nachfrage nach allem was mit Rohstoffen zu tun hat, wie etwas Energie, Metalle und Getreide, weiter fort.

Der am Vortag erreichte Stand von 305 Punkte bedeutete das höchsten Niveau seit Februar 1981. Insgesamt ist der Index damit schon um 8,8 Prozent gestiegen. Im Vorjahr betrug das Plus elf Prozent, 2003 kam der Index um 8,9 Prozent voran und 2002 um 23 Prozent.

Breitgefächerter Preisanstieg im Rohstoffsektor

Hinter den Preisanstiegen steckt zum einen der Umstand, daß die Produzenten der wachsenden Nachfrage mit ihrem Angebot einfach nicht mehr Herr werden. Außerdem kommt hinzu, daß die in Dollar gehandelten Rohstoffe angesichts der fallenden amerikanischen Landeswährung für Europäer und Asiaten günstiger werden.

„Wir sehen hier eine von der Nachfrage getriebene Rally bei den Rohstoffpreisen“, erklärt William O´Neill, Parnter bei Logic Advisors LLC, einer Rohstoff-Consulting-Firma. Und er ergänzt: „Rohstoffe haben sich als Asset-Klasse großspurig zurückgemeldet.“

Die in den vergangenen Tagen zu beobachtenden Preissprünge nach oben wurden von fast allen Rohstoffen mitgetragen. Zu den jüngsten Gewinnern zählten unter anderem Kaffee sowie Kupfer und selbst Nachzügler wie Kakao sind am Montag angesprungen. Lediglich die Rinderpreise gaben zum Wochenauftakt etwas nach.

Die steigenden Rohstoffpreise bekommen auch die Konsumenten längst zu spüren. In Amerika erhöhten beispielsweise einige Anbieter im Dezember die Preise für Kaffee um 14 Prozent.

Dem Preisaufschwung liegt ein Angebots/Nachfragedefizit zu Grunde

Wie breitgefächert der Preisaufschwung ist, zeigt sich auch daran, daß neben dem CRB-Index auch andere Rohstoff-Indizes munter steigen. So ist der Energielastigere Goldman Sachs Commodity Index getragen vom anziehenden Ölpreis um 28 Prozent gestiegen.

„Die Dollar-Schwäche ermöglicht es vielen Leuten rund um den Globus größere Mengen an Dollar-denominierten Werte zu kaufen“, meint Darren Stoody, Future-Händler beim Industrie-Konzern Fort Wayne.

Deutlich im Aufwind mit einem Plus von 43 Prozent auf Sicht eines Jahres befindet sich bekanntlich auch seit langem der Ölpreis. Das ist auch wenig verwunderlich, hat die Internationale Energieagentur doch bis auf drei Ausnahmen in allen anderen Monaten seit November 2003 über eine steigende Nachfrage berichtet. Alleine in China wurde im Jahr 2004 16 Prozent mehr Öl konsumiert und in diesem Jahr soll die Nachfrage um weitere 6,3 Prozent zunehmen.

Auch in anderen Bereichen macht sich der große Appetit der Chinesen auf Rohstoffe bemerkbar. Das gilt auch für die Statistiken, wo China Amerika schon im Jahr 2002 als weltweit größtes Nachfrageland nach Rohstoffen vom ersten Platz verdrängt hat.

Spekulanten mischen intensiv mit

Vor diesem Hintergrund überrascht die folgende Aussage von Steve Allen nicht: „Nachdem es in den vergangenen 15 bis 20 Jahren versäumt wurde, ausreichend in den Kapazitätsausbau im Rohstoffsektor zu investieren, und sich dieser Sachverhalt nun durch die starke Nachfrage von Seiten neuer Konsumenten wie etwa aus China oder Indien rächt, bleiben wir weiter eindeutig Fürsprecher für Anlagen in Rohstoffen“, sagt der bei Preservation Capital Management LLC. tätige Fondsmanager.

Auch Hedge Fonds und andere Spekulanten haben den Rohstoffsektor natürlich längst als neue Spielwiese entdeckt. „Die Fonds sind praktisch überall investiert,“ so O´Neill. „Sie sind engagiert in Baumwolle, in Zucker oder in Kaffee.“

Quelle: Bloomberg
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